Leonie Haupt ist mit 24 Jahren die jüngste Solorepetitorin in der Geschichte der Bayreuther Festspiele. Die gebürtige Berlinerin, die in München studierte, wird in diesem Sommer erstmals auf dem Grünen Hügel arbeiten. Sie betreut die Einstudierung von Wagners „Tristan und Isolde“ unter der musikalischen Leitung von Nathalie Stutzmann.
Von der Universität auf die Festspielbühne
Haupt absolvierte ihr Studium an der Universität der Künste Berlin und der Hochschule für Musik und Theater München. Bereits während des Studiums sammelte sie Erfahrungen als Korrepetitorin an der Bayerischen Staatsoper und beim Schleswig-Holstein Musik Festival. „Ich bin sehr glücklich, dass ich diese Chance bekomme“, sagte Haupt der Deutschen Presse-Agentur. Die Arbeit mit Stutzmann sei eine „große Ehre“.
Die Festspiele beginnen am 25. Juli mit einer Neuinszenierung des „Rings des Nibelungen“ unter der Regie von Valentin Schwarz. Haupts Einsatz ist für die „Tristan“-Aufführungen ab dem 28. Juli vorgesehen. Sie wird dort als eine von mehreren Repetitoren arbeiten, die die Sänger am Klavier begleiten und auf die Proben vorbereiten.
Eine Familientradition führt nach Bayreuth
Die Verbindung zu Bayreuth ist für Haupt nicht zufällig: Ihr Großvater war der renommierte Wagner-Tenor Wolfgang Windgassen, der von 1951 bis 1970 bei den Festspielen sang und später deren künstlerischer Leiter war. „Das ist natürlich etwas ganz Besonderes für mich“, so Haupt. Sie selbst wuchs mit der Musik Wagners auf und entschied sich früh für eine Laufbahn als Repetitorin.
Die Position der Solorepetitorin ist in Bayreuth traditionell sehr begehrt. Haupt ist die jüngste Frau in dieser Rolle seit Bestehen der Festspiele. Die Festspielleitung setzt damit auf junge Talente, um die Zukunft des Hauses zu sichern. Intendantin Katharina Wagner betonte: „Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit Leonie Haupt. Sie bringt frischen Wind und höchste musikalische Qualität mit.“
Bayreuther Festspiele 2025: Ein Blick auf die Spielzeit
Die diesjährigen Festspiele stehen unter dem Motto der Erneuerung. Neben dem „Ring“ in der Regie von Valentin Schwarz, der bereits 2022 für Diskussionen sorgte, gibt es Wiederaufnahmen von „Tannhäuser“ und „Lohengrin“. Insgesamt sind 30 Aufführungen geplant. Die Karten sind seit Monaten ausverkauft, die Wartelisten lang.
Leonie Haupt wird in den kommenden Wochen eng mit dem Ensemble zusammenarbeiten. Ihre Aufgabe umfasst nicht nur die Probenarbeit am Klavier, sondern auch die Koordination mit Dirigentin Stutzmann. „Es ist eine intensive Zeit, aber ich bin bereit“, sagte Haupt. Die Premiere von „Tristan und Isolde“ ist für den 28. Juli angesetzt.



