In der Straße von Hormus ist erneut ein Tanker angegriffen worden. Das Schiff sei vor der Küste des Omans von einem „unbekannten Geschoss“ getroffen worden, meldete die britische Behörde zur Sicherheit der Schifffahrt (UKMTO) in der Nacht. Der Vorfall ereignete sich demnach acht Seemeilen (knapp 15 Kilometer) nordöstlich des omanischen Ortes Limah.
Hintergrund der Eskalation
Erst am Vortag war vor der Küste des Omans ein weiteres Schiff angegriffen worden und in Brand geraten. Der Iran verlangt, dass Schiffe eine Route entlang der eigenen Küste nehmen. Nur die vorgegebene Route durch die Straße von Hormus sei sicher, hatte die Führung in Teheran zuvor wiederholt. Der Streit um die für den globalen Handel mit Öl, Gas und Dünger wichtige Meerenge und die Frage, wie die Durchfahrt geregelt wird, ist der wesentliche Grund, warum der Krieg zwischen den USA und dem Iran derzeit wieder eskaliert.
US-Militär setzt Angriffe fort
Das US-Militär greift auch in dieser Nacht – der zehnten in Folge – wieder Ziele im Iran an. Ziel sei es, „die militärischen Fähigkeiten des Iran, die für Angriffe auf die Handelsschifffahrt in der Straße von Hormus genutzt werden, weiter zu schwächen“, teilte das US-Regionalkommando Centcom mit. Örtliche Medien meldeten Explosionen in mehreren Gebieten der Islamischen Republik. Laut der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim wurden Explosionen aus Konarak in der südöstlichen Provinz Sistan-Belutschistan und der Hafenstadt Tschahbahar am Golf von Oman registriert. Der regierungstreue Sender Press TV berichtete zudem von US-Angriffen im Gebiet der Stadt Schiras im zentralen Süden Irans. Die Nachrichtenagentur Fars meldete mehrere Explosionen im Bereich der Insel Gheschm in der Straße von Hormus sowie bei der Großstadt Bandar Abbas.
Iranische Vergeltung
Die iranische Armee meldete ihrerseits am Dienstagmorgen, sie habe einen US-Stützpunkt in Kuwait angegriffen. „Die Bodentruppen der Armee nahmen die auf dem Stützpunkt Arifjan in Kuwait stationierten Himars-Raketensysteme der US-Terrorarmee mit Boden-Boden-Raketen ins Visier“, erklärte die Armee.
Diplomatische Front
Am Samstag hatte Teheran die im Juni mit Washington ausgehandelte Rahmenvereinbarung für hinfällig erklärt, die ein endgültiges Friedensabkommen binnen 60 Tagen ermöglichen sollte. Am Montag erklärte der iranische Präsident Massud Peseschkian, sein Land befinde sich in einem „vollumfänglichen Krieg“ mit den USA.



