Şeyda Kurt, bekannt für ihren Sachbuch-Bestseller „Radikale Zärtlichkeit. Warum Liebe politisch ist“, legt mit „Zeit der Monster“ ihren ersten Roman vor. Das Buch beginnt in Köln-Kalk und erzählt vom Ende der vertrauten Welt – jedoch nicht als reine Katastrophe. Kurt nutzt die Apokalypse als Ausgangspunkt, um Utopien zu erkunden.
Die ursprüngliche Bedeutung von Apokalypse und Monster
Im Nachwort ihres Sachbuchs schrieb Kurt: „Die Unordnung macht Raum für Utopien.“ Diesen Gedanken führt sie nun im Roman fort. Die Apokalypse bedeutet nicht zwangsläufig Untergang, und ein Monster muss keine Bedrohung sein. Kurt greift auf die ursprünglichen Bedeutungen der Begriffe zurück, die mehr Offenheit und Ambiguität zulassen. So wird die Apokalypse zu einer Enthüllung, die neue Möglichkeiten eröffnet.
Handlung und Setting in Köln-Kalk
Die Geschichte beginnt in Köln-Kalk, einem Stadtteil, der für seine Vielfalt und Gegensätze bekannt ist. Hier bricht die vertraute Ordnung zusammen, und die Figuren müssen sich in einer Welt zurechtfinden, die sich radikal verändert. Kurt zeigt, dass in dieser Unordnung Chancen für neue Lebensweisen und Beziehungen liegen.
Laut einer Rezension in der Zeitung „Tagesspiegel“ von Anja Kümmel ist der Roman „fulminant“ und legt „Utopien frei, die viel zu lange versumpft sind“. Kurt selbst betont, dass ihre Arbeit von der Idee getragen wird, dass Krise und Umbruch auch befreiend wirken können.
Kritik und Einordnung
„Zeit der Monster“ ist ein ambitioniertes Debüt, das politische und philosophische Fragen mit einer packenden Erzählung verbindet. Die Autorin schafft es, aktuelle Ängste vor dem Weltuntergang aufzugreifen und in eine hoffnungsvolle Perspektive zu wenden. Der Roman erscheint im Verlag Kiepenheuer & Witsch und ist ab sofort im Handel erhältlich.



