Ein Roman als Rundumschlag gegen die Kunstwelt
Die New Yorker Kunstszene bekommt ihr Fett weg: In Zoe Dubnos neuem Roman „Nur das Allerbeste“ (Originaltitel: „Only the Best“) lässt eine Insiderin kein gutes Haar an den vermeintlichen Größen der Branche. Selbstverliebt, hirnlos, talentlos – so lauten die wenig schmeichelhaften Attribute, die die Protagonistin diversen Lichtgestalten der Kunstwelt verpasst. Der Roman weckt dabei Erinnerungen an die Altmeister der literarischen Gehässigkeiten.
Eine Abrechnung mit der Eitelkeit
Dubno, selbst tief in der Kunstszene verwurzelt, zeichnet ein vernichtendes Porträt einer Branche, die von Egozentrik und Oberflächlichkeit geprägt sei. Die Handlung folgt einer jungen Frau, die als Assistentin in einer renommierten Galerie arbeitet und hinter die Kulissen des schillernden Kunstbetriebs blickt. Was sie dort erlebt, ist alles andere als schön: Künstler, die mehr mit Selbstvermarktung als mit Kreativität beschäftigt sind, Sammler, die Kunst nur als Statussymbol betrachten, und Kuratoren, die mehr an Netzwerken als an Inhalten interessiert sind.
Ein Spiegel der Realität?
Die Frage, ob Dubnos Roman auf realen Personen basiert, liegt nahe. Die Autorin selbst hält sich bedeckt, doch Kenner der Szene wittern Parallelen zu bekannten Größen. Der Roman ist eine bissige Satire, die mit spitzer Feder die Absurditäten des Kunstmarktes seziert. Dabei bedient sie sich eines Stils, der an die großen Lästermeister der Literaturgeschichte erinnert – von Evelyn Waugh bis Bret Easton Ellis.
Kritik und Lob zugleich
Die Reaktionen in der Kunstwelt sind gespalten. Während einige den Roman als längst überfällige Abrechnung feiern, sehen andere ihn als ungerechtfertigten Angriff auf eine ohnehin schon angefeindete Branche. Fest steht: „Nur das Allerbeste“ sorgt für Diskussionen und rückt die Schattenseiten des Kunstbetriebs ins Rampenlicht. Ob der Roman selbst zum Kunstwerk wird, bleibt abzuwarten – eines ist jedoch sicher: Langweilig wird es in der New Yorker Kunstszene mit diesem Buch nicht.



