Netflix-Doku in Wimbledon: Navratilova weint um krebskranke Evert
Netflix-Doku in Wimbledon: Navratilova weint um Evert

Martina Navratilova (69) hat bei der Premiere der Netflix-Dokumentation „Chris & Martina: The final set“ in Wimbledon hemmungslos geweint. Die Tennislegende zeigte sich am Montagabend im Media Theatre des All England Clubs völlig aufgelöst, nachdem ihre langjährige Rivalin und Freundin Chris Evert (71) am Donnerstag den dritten Rückfall ihres Eierstockkrebses bekannt gegeben hatte. Die Doku, die die Freundschaft, die Rivalität und den Kampf gegen den Krebs der beiden Ikonen zeigt, wurde vor geladenen Gästen uraufgeführt. Eigentlich war geplant, dass beide Spielerinnen nach der Vorführung Fragen beantworten, doch Everts Krebsdiagnose änderte alles.

Navratilova ergreift das Wort auf der Bühne

Bevor die Gäste Platz nahmen, ging Navratilova auf die Bühne. Auf den Bildschirmen war ein Foto von ihr und Evert aus dem Jahr 2023 zu sehen, auf dem beide ihre Köpfe aneinanderlegen und glückselig lächeln – der Krebs schien damals besiegt. „Ich bete nicht, aber ich werde für Chris beten. Das sollte eigentlich eine Feier werden …“, sagte Navratilova mit brüchiger Stimme, bevor sie in Tränen ausbrach. Regisseurin Rebecca Gitlitz, eine zweimalige Emmy-Gewinnerin, stützte sie. „Chris musste absagen und sagte zu mir: ‚Du musst unbedingt kommen.‘ Ich bin ihretwegen hier. Dass ich selbst Krebs hatte, verstärkt die Aussage dieser Dokumentation. Krebs raubt einem alles, aber er lässt einen mit dem zurück, was wirklich zählt“, so die 18-malige Grand-Slam-Siegerin.

Evert schrieb eine bewegende Nachricht

Anschließend verlas Gitlitz eine Nachricht, die Evert am Freitag geschickt hatte: „Ich bin so traurig, nicht bei euch zu sein. Ich sitze hier seit zwei Stunden, völlig überwältigt. Die Film-Crew hat einen tollen Job gemacht. Martina und ich waren mit vollem Einsatz dabei. Ich hoffe, ihr genießt den Film, wie Martina und ich es genossen haben, ihn zu machen. Genießt ihn und lernt von den Besten der Besten.“ Navratilova war nun völlig aufgelöst, viele ehemalige Spielerinnen und Produktionsmitarbeiterinnen im Auditorium weinten mit. Als zwischendurch das Bild ausfiel, der Ton aber nicht, hörte man Szenen aus dem Match, nach dem Navratilova nicht mehr in ihr Heimatland CSSR zurückkehrte. Da drehte sich die Tennis-Legende kurz um und rief mit Bezug auf den Bildausfall: „Nicht schlimm. Das war kein gutes Match.“ Sie hatte den Humor wiedergefunden.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Die Doku zeigt Höhen und Tiefen

In der Dokumentation sehen sich die beiden gemeinsam einige ihrer 80 Matches gegeneinander an. Eine der letzten Szenen zeigt, wie Evert von ihrem Arzt erfährt, dass sie geheilt ist. Sie ruft Navratilova an: „Ich bin sauber!“ Die schreit jubelnd ins Telefon. Doch seit Donnerstag ist da nur noch Leere. Als die besagte Szene in der Vorführung kam, brach es erneut aus Navratilova heraus. Sie weinte bitterlich und wurde von Gitlitz in den Arm genommen. Nach der Vorführung stand sie auf und wandte sich noch einmal an die Zuschauer. Bezogen auf den dritten Krebsausbruch bei Evert sagte sie: „Aller guten Dinge sind drei. Sie ist eine Siegerin und eine Kämpferin und sie wird es wieder schaffen. Sie wird diese schreckliche Krankheit besiegen. Bitte betet für sie.“

Everts Krebsgeschichte

Anfang 2022 war der Krebs zum ersten Mal diagnostiziert worden. Im Januar 2023 gab die ebenfalls 18-malige Grand-Slam-Siegerin bekannt, das Ungetüm besiegt zu haben. Es folgte Monate später der erste Rückfall; nach der Genesung galt sie als geheilt. Bis vergangenes Wochenende, als sie die neue Horrordiagnose erfuhr. Evert schrieb in ihren sozialen Netzwerken: „Am vergangenen Wochenende habe ich erfahren, dass mein Eierstockkrebs zurückgekehrt ist.“ Eine Operation hat sie inzwischen hinter sich, nun beginnt eine neue Chemotherapie. Die Doku ist übrigens Everts Schwester Jeanne gewidmet, die 2020 am gleichen Eierstockkrebs-Typ starb, den Evert nun hat.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration