„Guru“: Psychothriller über Influencer und Life-Coaches
„Guru“: Psychothriller über Influencer und Life-Coaches

„Guru“: Ein Psychothriller über die Macht der Influencer und Life-Coaches

Der neue Film „Guru“ von Regisseur Yann Gozlan widmet sich einem im Kino bislang selten behandelten Thema: der Welt der Influencer und Life-Coaches. Der Psychothriller, der ab sofort in den Kinos läuft, zeigt Frankreichs Leinwandstar Pierre Niney in einer seiner stärksten Rollen. Die Handlung dreht sich um den charismatischen Coach Mathieu „Matt“ Vasseur, der mit seinen Vorträgen und viralen Videos Tausende begeistert, aber hinter der Fassade ein System emotionaler Abhängigkeit verbirgt.

Die Handlung: Vom Heilsversprechen zur Paranoia

Mathieu Vasseur, gespielt von Pierre Niney, ist Frankreichs meistgefolgter Selbsthilfe-Coach. In einer Gesellschaft, die nach Sinn sucht und individuellen Erfolg vergöttert, wird er zur Projektionsfläche für kollektive Sehnsüchte. Doch als ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss gegen ihn ermittelt und die politische Debatte um Regulierung lauter wird, beginnt sein sorgfältig konstruiertes Image zu bröckeln. Unter dem Druck der Öffentlichkeit wählt der ehemalige Schulabbrecher die Flucht nach vorn, was ihn zunehmend an den Rand des Realitätsverlusts treibt.

Pierre Niney: Meister der Wandlungsfähigkeit

Es ist die dritte Zusammenarbeit von Pierre Niney und Regisseur Yann Gozlan im Genre des paranoiden Thrillers. Zuvor war Niney in „Un homme idéal“ als Hochstapler und in „Black Box – Gefährliche Wahrheit“ als absturzuntersuchender Ingenieur zu sehen. Auch in „Guru“ steht das allmähliche Kippen einer Figur im Mittelpunkt: Ein Mann, der mit schwindender Kontrolle in eine wachsende Paranoia abrutscht. Niney zeichnet diesen Wandel mit einer intensiven, fast obsessiven Performance und bestätigt einmal mehr seine bemerkenswerte Wandlungsfähigkeit.

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Stärken und Schwächen des Thrillers

„Guru“ verknüpft Themen wie psychologische Abhängigkeit, kommerzialisiertes Wohlbefinden, politische Regulierung und die Macht sozialer Medien zu einem hochaktuellen Psychothriller. Dies ist eine Stärke des Films, aber auch eine Schwäche: Nicht alle Motive werden im weiteren Verlauf mit der anfänglich angedeuteten Konsequenz weitergeführt. Auch die Nebenfiguren bleiben etwas blass, insbesondere die Freundin, gespielt von Marion Barbeau („Mit leiser Stimme“). Ihr hätte mehr Raum gutgetan, um den Absturz des Protagonisten noch greifbarer zu machen. Dennoch bleibt „Guru“ ein spannender Thriller über die Dynamiken moderner Guru-Kultur und die Macht einfacher Versprechen.

Fazit: Ein aktueller und packender Psychothriller

„Guru“ ist ein gelungener Beitrag zum Genre des Psychothrillers, der die dunklen Seiten der Selbstoptimierungsbranche beleuchtet. Pierre Niney liefert eine herausragende Leistung, die den Zuschauer in den Sog der Paranoia zieht. Trotz kleinerer Schwächen in der Figurenzeichnung bleibt der Film bis zum Ende fesselnd und regt zum Nachdenken über die Mechanismen moderner Guru-Kulturen an.

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