Der Mann ist ein Phänomen: Mit 87 Jahren absolviert Heino aktuell eine anstrengende Tournee, hat in mehr als 60 Jahren Karriere praktisch nur Erfolge gefeiert und verfügt über einen Vertrag, der ihm Auftritte am Ballermann auf Mallorca bis ins 100. Lebensjahr sichert. Die vierteilige Dokumentation „Heino – Karamba, Karacho, Kult!“ auf Vox und RTL+ zeigt den Mann hinter der Sonnenbrille.
In der Doku, die ab dem 13. März auf RTL+ verfügbar ist, gibt es Einblicke in Auftritte, Backstage-Momente und Kommentare von Weggefährten. Überraschend bekennt sich der langjährige Vorsitzende der Linken-Fraktion, Gregor Gysi, als Heino-Fan. Er habe den Sänger lange für „einen extrem reaktionären Knochen“ gehalten, nach einer persönlichen Begegnung aber eingesehen: „Ich habe mich völlig geirrt.“
Heino, der 55 Millionen Tonträger verkauft hat, spielt gern die nationale Karte. Er nennt eine Tournee „Made in Germany“, singt die deutsche Nationalhymne – und distanziert sich vom Verdacht, rechts zu stehen. „Warum soll ich rechts sein, nur weil ich Volkslieder singe?“, fragt er in der ersten Folge.
Die Doku zeigt ihn vor deutschen Auswanderern in den USA, beim Elektro-Festival „Parookaville“ 2024 in Weeze und am Ballermann, wo Tausende seine Hits mitgrölen. Breiten Raum nimmt der Suizid seiner damals 35-jährigen Tochter Petra ein, der ihn 2003 beim Ablegen eines Kreuzfahrtschiffs erreichte. Tief getroffen trat er dennoch auf.
Der Erfolg des in Kitzbühel lebenden Künstlers gründet laut Doku auf Bodenhaftung, Nähe zu den Fans und Berechenbarkeit. Mensch und Musik hätten einen extrem hohen Wiedererkennungswert und wirkten wie ein stabiler Fels in einer sich schnell drehenden Welt.



