Lausitz Festival 2026: Kultur an 14 Orten mit neuem Credo-Preis
Lausitz Festival 2026: Kultur an 14 Orten mit Credo-Preis

Lausitz Festival 2026: Ein Fest der Kultur an 14 Schauplätzen

Das Lausitz Festival kehrt im Jahr 2026 mit einer beeindruckenden siebten Ausgabe zurück. Vom 25. August bis zum 13. September verwandeln sich 22 Spielstätten an 14 verschiedenen Orten in Sachsen und Brandenburg in Bühnen für Literatur, Fotografie, Musik und Theater. Das diesjährige Motto lautet „geschöpferisch“ – ein Wort, das die Begriffe Geschöpf und Schöpfer vereint und den tiefgreifenden Wandel der Lausitz nach dem Kohleausstieg widerspiegelt.

Intendant Daniel Kühnel: Kultur als Wegweiser im Wandel

Festivalintendant Daniel Kühnel betont die Rolle der Kultur in Zeiten des Umbruchs: „Aufgabe von Kultur ist es doch, andere Blickwinkel und neue Standpunkte aufzuzeigen.“ Die Herausforderung bestehe darin, sich auf diese neuen Perspektiven einzulassen. Das Festival möchte genau diesen Dialog fördern und den Besuchern unvergessliche Erlebnisse bieten.

Spielorte: Von Dorfkirchen bis zum Flugzeughangar

Die Veranstaltungen finden an ungewöhnlichen und historischen Orten statt: Dorfkirchen, kleine Theater, eine historische Maschinenhalle und die ehemalige Flugzeughalle des Cottbuser Militärflughafens werden bespielt. In Hangar 1, wo einst Flugzeuge standen, wird viermal William Shakespeares „Hamlet“ aufgeführt. Die Schauspielstars Corinna Harfouch und Götz Schubert stehen dort auf der Bühne – begleitet von Wasser- und Farbeffekten, wie Schubert verrät. Die Premiere ist bereits ausverkauft. Auch Kinder aus Cottbus wirken in der Flugzeughalle mit.

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Götz Schubert in der Kirche: „Passion. Über die Menschlichkeit“

In einer Kirche in Cunewalde präsentiert Götz Schubert das MusikHörSpiel „Passion. Über die Menschlichkeit“ nach der belgischen Autorin Amélie Nothomb. Das Stück erforscht die Gedanken eines Menschen am Abend vor seiner Kreuzigung. „Mit allen Zerwürfnissen, mit allen Zweifeln, mit allen auch kuriosen Situationen“ – Schubert zeigt sich tief berührt: „So nah habe ich mich Jesus eigentlich noch nie gefühlt.“

Kooperation mit Schloss Bad Muskau und Landesmuseum

Eine besondere Zusammenarbeit gibt es zwischen dem Schloss Bad Muskau und dem Brandenburgischen Landesmuseum für Moderne Kunst in Cottbus. Gezeigt wird eine Ausstellung des brasilianischen Gegenwartskünstlers Jonathas de Andrade. In der Energiefabrik in Knappenrode treten zudem drei brasilianische Musiker auf und bringen südamerikanische Klangwelten in die Lausitz.

Literatur, Philosophie und Jugendtheater

Ein literarisches Highlight ist das 1.200 Seiten starke polnische Werk „Die Puppe“ von Boleslaw Prus, das als osteuropäisches Pendant zu Charles Dickens gilt. Im Lausitz Labor in Cottbus wird an drei Tagen philosophiert. Ein Jugendclub aus Cottbus zeigt die Uraufführung eines Stücks, das sich mit dem Thema Gehen oder Bleiben in der Heimat auseinandersetzt – ein hochaktuelles Thema in der Region.

Neuer Credo-Preis für Kulturverfechter

Das Festival führt den Credo-Preis ein, der künftig alle zwei Jahre an Persönlichkeiten verliehen wird, die sich in besonderer Weise für die gesellschaftliche Bedeutung von Kultur einsetzen. Die erste Verleihung findet beim Eröffnungskonzert am 25. August in der Pfarrkirche St. Peter und Paul in Görlitz statt.

Rückgang der Besucherzahlen und Finanzierung

Im vergangenen Jahr zog das Festival rund 15.000 Besucher an. Die Zahl der Aufführungen wurde aus organisatorischen Gründen und aufgrund der Finanzierung reduziert. Geschäftsführerin Maria Schulz erklärt: Die Bundesförderung sei von 4 auf 2 Millionen Euro halbiert worden. Mit Landes- und Stiftungsmitteln stehen dem Festival nun insgesamt 3,3 Millionen Euro zur Verfügung.

Termine und Orte im Überblick

Das Festival gastiert unter anderem in Cottbus, Finsterwalde, Hoyerswerda, Weißwasser, Görlitz, Bautzen und Zittau. Die Vielfalt der Spielstätten und Programme verspricht ein kulturelles Erlebnis der besonderen Art.

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