Die Berliner Polizei fahndet öffentlich nach dem 21-jährigen Abdul B. nach dem Angriff auf den Christopher Street Day (CSD) am Samstagabend. Der Verdächtige sei polizeibekannt und werde der islamistischen Szene in Berlin zugerechnet, sagte Polizeisprecher Florian Nath. Nach SPIEGEL-Informationen soll er mit der Terrororganisation „Islamischer Staat“ sympathisiert haben. Die Behörden warnen davor, den Mann anzusprechen, da er möglicherweise bewaffnet und gefährlich sei. „Kontaktieren Sie unverzüglich den polizeilichen Notruf 110“, hieß es.
Fahndung nach Abdul B. – Beschreibung und Hintergrund
Abdul B. wird als schwarzhaarig, schlank und etwa 1,90 Meter groß beschrieben. Er trug zum Zeitpunkt der Tat einen schwarzen Hoodie und eine weiße Hose. Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa wurde der Mann erst im Mai 2026 aus dem Jugendarrest entlassen. Die Polizei veröffentlichte ein Fahndungsfoto und richtete ein Hinweisportal ein, auf dem Zeugen Videos und Fotos hochladen können.
Der Tatablauf – Auto rammt Menschen
Nach ersten Erkenntnissen war der Wagen auf dem Ahornsteig, einem Weg im Tiergarten, parallel zur Lennéstraße gefahren. Dort seien mehrere Menschen angefahren worden, möglicherweise auch umgefahren, erklärte die Polizei. Anschließend kollidierte das Auto mit einem Baum. Ob es danach noch einen Angriff mit einer Stichwaffe gab, wird derzeit untersucht. Davon hatten Zeugen berichtet. Das leere und laut Polizeisprecher stark demolierte Auto wurde im Bereich des Tatorts sichergestellt.
Opfer und Reaktionen
Eine Frau kam durch den Angriff mit dem Auto ums Leben. 16 Menschen wurden verletzt, drei davon lebensbedrohlich, acht schwer und fünf leicht. Der CSD wurde direkt nach der Attacke abgebrochen. Hunderttausende hatten zuvor friedlich demonstriert. Die Polizei erklärte, mehrere hundert Frauen und Männer seien teils schwer bewaffnet im Einsatz. Bei der Suche hätten sie auch Hubschrauber mit Wärmekameras eingesetzt. Im Stadtteil Schöneberg wurde eine Wohnung durchsucht, die jedoch leer war. Ob es neben Abdul B. weitere Tatverdächtige gibt, ist bislang unklar. Ebenfalls ist nicht gesichert, ob der Mann das Fahrzeug steuerte. Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren; die Generalstaatsanwaltschaft und das Landeskriminalamt Berlin haben die Federführung übernommen.



