CSD-Parade in Frankfurt: 15.000 Teilnehmer feiern friedlich
CSD in Frankfurt: 15.000 feiern friedlich

Die Christopher Street Day (CSD)-Parade in Frankfurt ist am Samstag nach Polizeiangaben ohne Zwischenfälle verlaufen. Schätzungsweise 15.000 bis 17.000 Menschen nahmen teil, wie eine Polizeisprecherin mitteilte. Hinzu kamen zahlreiche Zuschauer entlang der Strecke. Ursprünglich waren mehr als 10.000 Teilnehmer erwartet worden.

Mehr als 120 Gruppen angemeldet

Für die Parade hatten sich nach Angaben der Veranstalter 120 Gruppen angemeldet – mehr als im Vorjahr. Der diesjährige CSD steht unter dem Motto „Demokratie braucht keine Alternative“. Das viertägige Programm hatte bereits am Donnerstag mit einem Straßenfest am Main begonnen. Insgesamt rechneten die Veranstalter mit rund 150.000 Besuchern.

Zum Auftakt wurde am Samstag bei einer Kundgebung am Römer die Regenbogenflagge gehisst. Anschließend zog die Parade durch die Innenstadt bis zum Main, wo weitergefeiert wird. Das Straßenfest zwischen Eisernem Steg und Untermainbrücke dauert noch bis Sonntagabend um 23.00 Uhr.

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Queerfeindliche Angriffe in der Nacht zuvor

In der Nacht vor der Parade kam es jedoch zu queerfeindlichen Übergriffen. Ein 62-Jähriger wurde an einem Kiosk von einem Unbekannten mit einer Flasche geschlagen und leicht verletzt. Als der 62-Jährige ihn darauf ansprach, soll der Unbekannte dessen sexuelle Orientierung genannt und dann auf ihn losgegangen sein. Aus einer Gruppe heraus wurden zudem Glasflaschen auf den Eingang einer queeren Szenebar geworfen. Verletzt wurde niemand, an einer Scheibe entstand Sachschaden. Die Polizei fasste einen 21-Jährigen.

Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU) besuchte den CSD und verurteilte die Übergriffe. „Wir dürfen nicht zulassen, dass sich Menschen nicht frei bewegen können, nur weil sie offen ihre sexuelle Orientierung zeigen“, sagte er laut einer Mitteilung. „Die Ereignisse aus letzter Nacht führen uns erneut vor Augen, dass queerfeindliche Gewalt ein reales und aktuelles Problem ist.“

Demokratie im Fokus

Die Demokratie stand nach Angaben der Veranstalter im Mittelpunkt des CSD. Auf ihr bauten Meinungsfreiheit, Handlungsfreiheit, Demonstrationsrecht und die Gleichheit vor dem Gesetz auf. Doch sie stehe unter massivem Druck von allen Seiten. Die Teilnehmer wollen ihre Vielfalt feiern und sich für vollständige rechtliche Anerkennung sowie gesellschaftliche Akzeptanz einsetzen.

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