DIW: Ölversorgung in Europa trotz Krieg im Iran gesichert
DIW: Ölversorgung in Europa trotz Iran-Krieg gesichert

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) sieht die Ölversorgung in Deutschland und Europa trotz der jüngsten Eskalation im Iran-Krieg und der zeitweisen Überschreitung der 100-Dollar-Marke als stabil an. „Aktuell ist die Versorgung mit Rohöl und Mineralölprodukten wie Benzin und Diesel gesichert“, sagte DIW-Ökonomin Franziska Holz der Deutschen Presse-Agentur. „Schwieriger ist die Lage bei der Versorgung mit Kerosin.“

Hintergrund der Preisbewegungen

Der Preis für Rohöl der Sorte Brent war am Donnerstag auf über 100 Dollar je Barrel (159 Liter) gestiegen, fiel am Freitag aber zeitweise auf unter 96 Dollar. Beobachter führten diesen Rückgang auf Gewinnmitnahmen nach dem jüngsten Höhenflug zurück. Zusätzlich sorgten die von US-Präsident Donald Trump verhängten Zölle auf 60 Handelspartner für Verunsicherung, da sie die Weltwirtschaft belasten und die Nachfrage nach Rohöl dämpfen könnten.

Auslöser der jüngsten Preisrallye war die Eskalation im Konflikt zwischen den USA und dem Iran. Nachdem iranische Streitkräfte Anfang Juli Handelsschiffe in der Straße von Hormus beschossen hatten, schlugen die USA mit Angriffen zurück. Seither hat der Brent-Preis um mehr als 40 Prozent zugelegt, nachdem er zuvor aufgrund einer Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran von seinem Jahreshoch von fast 130 Dollar auf rund 70 Dollar gefallen war.

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Versorgungslage und Importstruktur

Holz wies darauf hin, dass Europa auch vor der Unterbrechung der Lieferungen aus dem Persischen Golf nur in geringem Umfang Rohöl, Benzin und Diesel von dort importiert habe. „Weil der Ölmarkt international vernetzt ist, spürt man auch hierzulande den hohen Preis“, erklärte sie. Insgesamt seien im Weltölmarkt fast 20 Prozent weniger Mengen als vor dem Krieg verfügbar. „Daher wäre es wichtig, auch in Deutschland und Europa Benzin und Diesel zu sparen.“

Da Deutschland und Europa Öl aus vielen verschiedenen Quellen bezögen, sei kein großflächiger Lieferausfall zu erwarten. Die Expertin betonte jedoch, dass angesichts des fortgesetzten Konflikts im Persischen Golf und rund um die Straße von Hormus in absehbarer Zeit nicht mit einem spürbaren Rückgang des Ölpreises zu rechnen sei.

Auswirkungen auf Verbraucher und Wirtschaft

Die hohen Ölpreise haben direkte Auswirkungen auf die Verbraucher: Die Preise an den Tankstellen in Deutschland sind in den vergangenen Tagen deutlich gestiegen. Auch die Industrie leidet unter den gestiegenen Kosten für Rohstoffe und Transport. Sollte der Konflikt weiter eskalieren, könnte die Versorgung mit Kerosin besonders kritisch werden, da Fluggesellschaften auf diesen Treibstoff angewiesen sind. Die Bundesregierung beobachtet die Lage genau, hat aber bislang keine Notfallmaßnahmen ergriffen.

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