17 Jahre nach dem Kultfilm „LOL (Laughing Out Loud)“ kehrt Regisseurin Lisa Azuelos mit der Fortsetzung „LOL 2.0“ zurück. Der Film, der ab sofort in den Kinos läuft, porträtiert das Leben zweier Frauen an unterschiedlichen Wendepunkten – und setzt dabei auf ein Update für die Generation Z. Sophie Marceau ist erneut als Mutter Anne dabei.
Die Handlung: Zurück im Hotel Mama
Louise (Thaïs Alessandrin) liegt auf dem Sofa ihrer Mutter, umgeben von leeren Pizzakartons. Nach einer Trennung und einem beruflichen Rückschlag ist die 25-Jährige wieder im Elternhaus gelandet – ein Ort, den sie längst hinter sich lassen wollte. Während sie auf dem Handy durch die Leben anderer scrollt, steht ihr eigenes still. Ihre ältere Schwester Lola, die einst im Originalfilm im Mittelpunkt stand, lebt inzwischen im Ausland.
Die Mutter Anne (Sophie Marceau) genießt ihre Freiheit als Single, wird jedoch unerwartet mit einer Nachricht konfrontiert: Ihr Sohn Théo (Victor Belmondo) wird Vater, und sie wird Großmutter. Während Louise nicht weiß, wohin ihr Weg führen soll, weigert sich Anne, das Älterwerden zu akzeptieren. Der Film zeichnet das Porträt zweier Frauen an verschiedenen Lebensabschnitten.
Ein Kult-Klassiker und sein Erbe
Der erste „LOL“ traf 2009 den Nerv einer ganzen Generation und lockte über 3,6 Millionen Zuschauer in die Kinos. Die Geschichte um erste Lieben, Freundschaften und familiäre Konflikte wurde weit über Frankreich hinaus zum Kult. 2012 gab es sogar ein amerikanisches Remake mit Demi Moore und Miley Cyrus. Eine Fortsetzung ist daher eine anspruchsvolle Aufgabe.
Regisseurin Azuelos möchte die Lebenswelt der Generation Z mit derselben Authentizität einfangen wie einst die der Millennials. Dafür übernimmt „LOL 2.0“ viele Elemente des Originals: die Orientierungslosigkeit einer jungen Erwachsenen, eine konfliktreiche Mutter-Tochter-Beziehung, eine enge Clique und komplizierte Liebesgeschichten.
TikTok-Trends auf der Checkliste
Der Film bemüht sich sichtbar um ein Update für das Jahr 2026. TikTok-Videos flimmern über den Bildschirm, soziale Medien bestimmen den Alltag der Figuren, und nahezu jedes aktuelle Thema findet seinen Platz: mentale Gesundheit, Körperbilder, Diversität, Sexismus, Rassismus, Altersdiskriminierung oder Zukunftsängste.
Allerdings will „LOL 2.0“ manchmal zu viel auf einmal. Statt die Themen organisch in die Handlung einzubinden, wirkt manches wie eine Checkliste gesellschaftlicher Debatten. Immer wieder verfällt der Film in typische Generationen-Klischees – von TikTok-Sucht über psychische Überforderung bis hin zum Gefühl, einer perspektivlosen Generation anzugehören.
Die emotionale Mitte des Films
Ihre größte Stärke findet die Komödie dort, wo sie sich auf ihre Figuren konzentriert. Vor allem Marceau trägt den Film mit beeindruckender Leichtigkeit. Als lebenslustige Frau, die sich weder mit der Rolle der Großmutter noch mit dem Gedanken anfreunden kann, im Beruf langsam in die zweite Reihe zu rücken, wird Anne zum emotionalen und komödiantischen Mittelpunkt der Geschichte. Marceau bewegt sich mühelos zwischen Witz, Melancholie und Selbstironie.
Zeitgeist-Ehrgeiz und Kinospaß
„LOL 2.0“ stolpert gelegentlich über Klischees und den Ehrgeiz, möglichst viele Themen der Gegenwart auf einmal zu verhandeln. Wer ein tiefgründiges soziologisches Porträt der Generation Z erwartet, dürfte nur bedingt auf seine Kosten kommen. Wer sich jedoch auf eine Familienkomödie über das Älterwerden, das Loslassen und die Suche nach dem eigenen Platz im Leben einlässt, wird unterhalten. Eine Wohlfühl-Fortsetzung, die rund neun Wochen nach ihrem Start in Frankreich bereits mehr als 950.000 Menschen in die Kinos gelockt hat.



