Kultur in Cottbus: Kunsthalle, Staatstheater und BLMK entdecken
Cottbus: Kunsthalle, Staatstheater und BLMK entdecken

Der Großenhainer Bahnhof ist kaum zu übersehen, wenn man mit der Regionalbahn in Cottbus ankommt. Wer den Ausgang Richtung Altstadt nimmt, gelangt direkt vor das lang gezogene Backsteingebäude aus dem Jahr 1878. Seit 2019 beherbergt es die Kunsthalle Lausitz, die in wechselnden Ausstellungen ihre Sammlung zeitgenössischer Kunst aus der Region präsentiert und ausgewählte Werke auch vermietet oder verkauft. Noch bis zum 8. August werden in den ehemaligen Warte- und Empfangshallen des historischen Bahnhofs Werke des Künstlers Hans Scheuerecker zu sehen sein.

Kunsthalle Lausitz und openart Biennale

Im September wird die Kunsthalle neben anderen Orten in der Region Schauplatz der ersten „openart“ Lausitz Biennale sein, genauer gesagt: das weitläufige Außengelände. Unter dem Titel „Endstation“ sind 50 Graffitikünstler und -künstlerinnen aus ganz Deutschland eingeladen, Flächen von insgesamt rund 1400 Quadratmetern kreativ zu besprühen.

Von dort führt der Weg in die Innenstadt, zum Schillerplatz. Ein kurzer Spaziergang, gesäumt von vielen Altbauten aus der Gründerzeit und der Zeit des Jugendstils. Erstaunlich, wie viel historische Bausubstanz erhalten ist, allem voran das Staatstheater.

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Staatstheater Cottbus: Jugendstiljuwel mit vier Sparten

Anfang des 20. Jahrhunderts gab es in Cottbus eine florierende Textilindustrie, die wohlhabende Bürgerschaft verlangte nach einem eigenen Theater. Den Zuschlag für ein Bauwerk im sezessionistischen Jugendstil bekam Architekt Bernhard Sehring, der einige Jahre zuvor mit dem Bau des Theaters des Westens in Berlin Aufsehen erregt hatte. Nach nur 16 Monaten Bauzeit wurde das Theater 1908 eröffnet. Das denkmalgeschützte Haus verfügt bis heute über eine außergewöhnliche Licht- und Tonarchitektur. Dies und noch viel mehr erfährt man im Rahmen einer Führung, für die man sich unbedingt rechtzeitig anmelden sollte. Schon allein, um das imposante Kuppelfoyer mit den neun antiken Musen in der Rotunde zu bewundern oder die kostbaren Majolikavasen im Zuschauerraum.

Eine weitere Besonderheit des Hauses: Es ist das einzige Staatstheater im Land Brandenburg und das einzige Theater, das vier Sparten abdeckt: Sprechtheater, Oper, Ballett und Philharmonisches Orchester.

Dieselkraftwerk: BLMK mit DDR-Kunst

Nicht minder imposant ist das 1927 von Werner Issel erbaute Dieselkraftwerk, das heute das Brandenburgische Landesmuseum für Moderne Kunst (BLMK) beheimatet. Wer auf dem Weg dorthin eine kleine Pause einlegen mag, schaut im renommierten Café Lauterbach vorbei, das für seinen Baumkuchen bekannt ist, bevor er das Industriedenkmal besucht. Das eindrucksvolle Gebäudeensemble besteht aus dem Maschinenhaus, das die nüchterne Klarheit der Neuen Sachlichkeit aufnimmt, und einer Schalthalle, die eher vom Backsteinexpressionismus geprägt ist. Um die denkmalgeschützte Hülle zu erhalten, wurden im Inneren moderne Betonkuben eingebaut. In diesen findet sich auf zwei Stockwerken viel Platz für moderne Kunst.

Mit über 45.000 Werken beherbergt das BLMK an diesem und einem weiteren Standort in Frankfurt (Oder) eine umfassende Sammlung von Kunst aus der DDR und der Nachfolgezeit. Etwa drei Viertel des Bestandes stammen aus der DDR-Zeit, etwa zehn Prozent aus der Kunst seit 1990. Es laufen meist mehrere Ausstellungen, die parallel gezeigt werden.

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