Bei den Internationalen Filmfestspielen in Cannes hat John Travolta überraschend eine goldene Ehrenpalme erhalten. Der 72-jährige Schauspieler war in die südfranzösische Stadt gereist, um seinen Film „Propeller One Way Night Coach“ (deutscher Titel: „Nachtflug nach L.A.“) im Rahmen der Premiere-Reihe zu präsentieren. Festivaldirektor Thierry Frémaux ließ die Auszeichnung während der Einführung des Films auf die Bühne bringen.
„Ich bin völlig überwältigt, damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet“, sagte Travolta sichtlich bewegt zu enthusiastischem Applaus. Mit einer weißen Schiebermütze auf der Bühne stehend, fügte er hinzu: „Das hier ist besser als ein Oscar.“ Frémaux begründete die Verleihung mit den Worten: „Wir haben eine Tradition hier in Cannes: Wenn wir Leute wie dich da haben, die wir lieben, und die wichtig für unser Leben sind, dann geben wir ihnen etwas.“ Zuvor hatte das Kino einen zehnminütigen Zusammenschnitt aus Travoltas Rollen gezeigt.
Die Ehrenpalme gilt als Auszeichnung für das Lebenswerk des Schauspielers, da sein Film nicht im Wettbewerb lief. Travolta hat „Propeller One Way Night Coach“ selbst geschrieben, finanziert, produziert und zum ersten Mal in seinem Leben Regie geführt. Der Film basiert auf einem von ihm vor 30 Jahren verfassten Buch und handelt von einem jungen Flugzeugfan auf seinem ersten Flug. Travolta hatte die Geschichte für seinen ältesten Sohn Jett geschrieben, der seit seiner Kindheit an Krampfanfällen litt und 2009 starb. „Wenn Schauspieler Filme machen, ist das immer etwas Besonderes, oft sehr persönlich“, sagte Frémaux mit einem Lächeln.
Travolta wurde in den 1970er Jahren unter anderem mit dem Musikfilm „Saturday Night Fever“ bekannt und erhielt seine erste Oscarnominierung. Für seine Rolle in Quentin Tarantinos Kultfilm „Pulp Fiction“ bekam er seine zweite Oscarnominierung, ging aber erneut leer aus. „Pulp Fiction“ wurde 1994 in Cannes mit der Goldenen Palme ausgezeichnet. Weitere bekannte Filme von Travolta sind die Komödie „Kuck’ mal, wer da spricht“ (1989), die Hollywood-Satire „Schnappt Shorty“ (1995) und der Thriller „Im Körper des Feindes“ (1997).



