Das neue Thai-Bistro „Rram“ in Berlin-Mitte verzichtet bewusst auf typische Gerichte wie Pad Thai oder Sticky Rice und setzt stattdessen auf thailändische Hausmannskost. Der Andrang ist enorm – wer einen Platz ergattern will, muss rechtzeitig reservieren. Doch hält das Konzept, was der Hype verspricht?
Kein Pad Thai, keine Standardkarte
Das „Rram“ auf der Torstraße bricht mit den Erwartungen an ein Thai-Restaurant. Statt der üblichen Touristenküche bietet es Gerichte, die in Thailand auf den Familientischen stehen. Die Karte ist klein, aber fein: Currys, Suppen und Salate, die mit frischen Kräutern und Gewürzen zubereitet werden. Der Fokus liegt auf regionalen Zutaten und traditionellen Rezepten.
„Wir wollen zeigen, dass thailändische Küche viel mehr ist als nur süß-sauer oder scharf“, erklärt der Betreiber. „Unsere Gerichte sind ehrlich und unkompliziert – so wie zu Hause.“ Der Name „Rram“ leitet sich vom thailändischen Wort für „Geschmack“ ab, und genau darauf kommt es an.
Der Hype um das Bistro
Seit der Eröffnung vor wenigen Wochen ist das „Rram“ regelmäßig ausgebucht. Besonders in den sozialen Medien verbreitet sich die Begeisterung rasant. Influencer und Food-Blogger schwärmen von der authentischen Atmosphäre und den intensiven Aromen. „Endlich ein Thai-Lokal, das nicht auf Masse setzt“, schreibt ein Nutzer auf Instagram.
Doch der Erfolg hat auch Schattenseiten: Wer nicht rechtzeitig reserviert, hat kaum Chancen auf einen Platz. Die Wartezeiten können lang sein, und manche Gäste zeigen sich enttäuscht, wenn sie abgewiesen werden. „Man sollte mindestens zwei Wochen im Voraus buchen“, rät das Personal.
Das Konzept im Detail
Die Speisekarte wechselt regelmäßig, je nach Saison und Verfügbarkeit der Zutaten. Ein typisches Gericht ist „Gaeng Kiaw Wan“ – ein grünes Curry mit Huhn, Thai-Auberginen und Basilikum. Oder „Tom Yum Pla“, eine saure Fischsuppe mit Zitronengras und Galgant. Die Preise liegen zwischen 12 und 18 Euro pro Hauptgericht – für Berliner Verhältnisse moderat.
Das Bistro selbst ist klein und schlicht eingerichtet: helle Holztische, offene Küche, dezente Dekoration. Die Gäste sitzen dicht gedrängt, was zur gemütlichen, fast familiären Stimmung beiträgt. „Es fühlt sich an wie ein Besuch bei einer thailändischen Freundin“, sagt eine Stammgästin.
Ein Kritikpunkt: Die Portionen sind eher klein. Für große Hungrige könnte es knapp werden. Auch die Getränkekarte beschränkt sich auf wenige thailändische Biere und Softdrinks – Wein oder Cocktails sucht man vergebens. Dafür ist der Service aufmerksam und freundlich.
Fazit: Lohnt sich der Besuch?
Das „Rram“ bietet eine willkommene Abwechslung zur standardisierten Thai-Küche, die in Berlin allgegenwärtig ist. Die Qualität der Zutaten und die Zubereitung sind überzeugend. Wer authentische Aromen schätzt und bereit ist, frühzeitig zu planen, wird hier belohnt. Der Hype ist also nicht völlig unbegründet – auch wenn die Erwartungen hoch gesteckt sind. Ein Geheimtipp ist das Bistro allerdings nicht mehr.



