Endlich ist es fertig: Das Porträt von Angela Merkel für die Ahnengalerie des Kanzleramts soll in der kommenden Woche vorgestellt werden. Doch die ehemalige Bundeskanzlerin zeigte bei der Wahl der Künstlerin wenig Risikobereitschaft. Sie entschied sich für eine Malerin, aber nicht für eine weibliche Künstlerin, die als besonders mutig gilt. Stattdessen fiel die Wahl auf eine eher konventionelle Malerin, was Kritik hervorruft.
Die Ahnengalerie im Kanzleramt
Die Ahnengalerie im Kanzleramt zeigt Porträts aller bisherigen Bundeskanzler. Bislang sind dort nur Männer zu sehen, und auch Merkels Porträt wird die männliche Dominanz nicht brechen. Die Auswahl der Künstlerin folgt der Tradition, dass die Porträts von männlichen Künstlern gemalt werden – mit einer Ausnahme: Merkel ließ sich von einer Frau malen, aber nicht von einer unkonventionellen Künstlerin. Die Entscheidung wird als Zeichen mangelnden Mutes gewertet.
Kritik an der Porträtwahl
Ulrike Knöfel, die Autorin des Artikels, kritisiert, dass Merkel sich nicht getraut habe, eine mutige Wahl zu treffen. Stattdessen habe sie sich für eine Malerin entschieden, die dem traditionellen Stil entspricht. „So mutig, sich von einer Frau malen zu lassen, war sie allerdings nicht“, schreibt Knöfel. Die Porträtgalerie bleibt somit weiterhin von Männern dominiert, sowohl in den Dargestellten als auch in den Künstlern.
Merkels Erbe in der Kunst
Das Porträt wird in den kommenden Tagen offiziell enthüllt. Es ist das erste Porträt einer Frau in der Ahnengalerie, aber die Wahl der Künstlerin zeigt, dass Merkel keine Risiken einging. Die Galerie enthält Werke von Künstlern wie Konrad Adenauer, Willy Brandt und Helmut Kohl. Merkels Porträt reiht sich nun in diese Reihe ein, aber die Frage bleibt, ob es ihren Anspruch an Innovation und Mut widerspiegelt.



