Nura-Porträt aus Ausstellung verbannt: Zu politisch für Südtiroler Galerie
Nura-Porträt aus Ausstellung verbannt – zu politisch

Ein Porträt der Berliner Rapperin Nura, verziert mit einem Zitat aus ihrem Song „Fair“, sorgt in Südtirol für Aufsehen. Das Bild wurde aus einer Ausstellung der Südtiroler Freizeitmaler in der Stadtgalerie entfernt – mit der Begründung „Troppo politisch!“ (zu politisch). Wie der „Tagesspiegel“ berichtet, hatten sich Besucher über die Darstellung beschwert.

Was steht auf dem Bild?

Das Porträt zeigt Nura mit der Liedzeile: „Warum ist es der Flüchtling, der dir Angst macht, und nicht die Nazis im Landtag.“ Der Song „Fair“ der Rapperin erschien bereits 2021, doch die Botschaft sorgt noch Jahre später für Kontroversen. Die Künstlerin Carmen Maria Alber malte das Bild als Reaktion auf eine sogenannte „Remigration“-Kundgebung in Bozen, zu der sie selbst nicht erscheinen konnte. „Mein Bauchgefühl sagte mir, dass dieses Bild mit dieser Botschaft genau in diesem Moment dorthin gehörte“, erklärte Alber gegenüber der Zeitung.

Abhängung und neue Heimat

Alber bemerkte die leere Wand in der Galerie und vermutete zunächst, das Bild sei verkauft worden. Doch der Veranstalter hatte es aufgrund von Besucherbeschwerden abgehängt. Alber selbst betont, dass ihre Arbeit politisch nie gewesen sei. Nachdem sie auf Instagram über die Abhängung berichtete und eine Diskussion zur Frage „Was darf Kunst?“ anstieß, meldete sich der Südtiroler Regierungschef Arno Kompatscher bei ihr. Er fragte per E-Mail, ob er das Bild als Leihgabe am Sitz der Landesregierung ausstellen dürfe. Seit Anfang Juli 2026 hängt es nun dort.

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Kompatscher: „Kunst und ihre Botschaften aushalten“

Kompatscher, Mitglied der SVP, die seit 2023 mit der rechten Partei Fratelli d’Italia koaliert, äußerte sich gegenüber dem „Tagesspiegel“: „Man muss Kunst und ihre Botschaften aushalten können, selbst wenn man eine Aussage nicht zu 100 Prozent teilt.“ Die Botschaft des Nura-Porträts bezeichnete er als „richtig, pointiert und gut platziert“. Für ihn überwiege, dass das Bild jetzt „an einem so prominenten Ort sichtbar ist und die Menschen über Migration, Rechtsruck und Kunstfreiheit sprechen“.

Kontroverse um politische Kunst

Der Fall wirft ein Schlaglicht auf die Grenzen der Kunstfreiheit in Südtirol. Während die Stadtgalerie das Bild aus dem Programm nahm, zeigt die Landesregierung nun ein klares Bekenntnis zu kontroversen Kunstwerken. Die Diskussion über die Rolle von Kunst in politischen Debatten dürfte damit weitergehen.

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