Stadtmuseum Berlin heißt jetzt Berlin Museum: Gründe und Pläne
Stadtmuseum Berlin wird zu Berlin Museum

Das Stadtmuseum Berlin heißt ab sofort Berlin Museum. Die Umbenennung wurde von der Stiftung Stadtmuseum Berlin unter Vorständin und Künstlerischer Direktorin Sophie Plagemann beschlossen. Mit dem neuen Namen will das Museum seine Rolle als einladende Institution für alle Berliner und Besucher unterstreichen und die Sichtbarkeit erhöhen.

Gründe für die Namensänderung

„Jetzt ist der richtige Zeitpunkt dafür“, sagte Plagemann im Interview. Das Stadtmuseum habe sich in den letzten Jahren stark verändert – mit neuen Themen, Formaten und Aktivitäten in der Stadtgesellschaft. „Wir wollen damit zeigen, dass wir eine einladende Institution sind, für alle Berlinerinnen und Berliner und für alle, die sich Berlin verbunden fühlen.“ Der neue Name sei in Zusammenarbeit mit der Kreuzberger Agentur Stan Hema entwickelt worden. „Berlin Museum“ sei klar und international verständlich, funktioniere auf Englisch genauso und stelle die Stadt an die erste Stelle.

Fünf Standorte und zwei im Bau

Aktuell betreibt das Museum fünf offene Standorte: die Nikolaikirche, das Ephraim-Palais, das Knoblauchhaus, die Ausstellung „Berlin Global“ im Humboldt Forum und das Museumsdorf Düppel. Dazu gehört auch das Atelier der Künstlerin Jeanne Mammen am Kurfürstendamm. Im Bau befinden sich das Märkische Museum und das Marinehaus, die ab 2028 das Kreativquartier am Köllnischen Park bilden sollen. Die historischen Namen der einzelnen Standorte bleiben erhalten, die Dachmarke „Berlin Museum“ werde aber deutlich mitkommuniziert.

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Die Bauprojekte schreiten planmäßig voran: Das Marinehaus soll voraussichtlich im Juli 2028, das Märkische Museum im November 2028 von der BIM übergeben werden. Nach der Übergabe sei noch etwa ein Jahr für die Ausstattung nötig. Das Märkische Museum werde dann größere Dauer- und Wechselausstellungsflächen bieten und erstmals einen Turm zugänglich machen, der einen neuen Blick über die Stadt ermöglicht. Im Marinehaus entstehen ein großer Veranstaltungssaal, Künstlerstudios, Werkstätten und ein Foyerbereich.

Besucherzahlen und Eintrittspolitik

2025 verzeichnete das Museum einen Besucherzuwachs von sieben Prozent auf insgesamt etwa 240.000 Gäste über alle Standorte. Den größten Anteil hat das Humboldt Forum mit rund 77.000 Besuchern – trotz Eintrittsgeld. Allerdings gilt an allen Standorten ein ermäßigter Eintrittspreis von null Euro für Menschen unter 18 Jahren, Studierende, Menschen mit Behinderung und Transferleistungsempfänger. „Das Modell wird sehr gut angenommen, und für uns als öffentliches Landesmuseum ist das auch eine Frage der Inklusion“, betont Plagemann.

Finanzielle Herausforderungen und neue Ausstellungen

Als Landesinstitution war das Museum von den Sparmaßnahmen des Senats betroffen: 2025 gab es Einsparungen von drei Prozent, 2026 von zwölf Prozent. Diese seien durch Einmaleffekte, Effizienzsteigerungen und verschobene Investitionen aufgefangen worden. „Wir stellen unsere Angebote für Berlin selbstbewusst dar und sind im ständigen Gespräch mit der Kulturverwaltung“, so Plagemann.

Im Programm stehen mehrere neue Ausstellungen: Im September eröffnet im Ephraim-Palais „Geteiltes Leben“ – eine Kooperation mit dem Gropius-Bau, die acht Künstler mit Migrationshintergrund in den Fokus nimmt. Im Oktober folgt eine Soundinstallation von Annika Kahrs in der Nikolaikirche, die die Kirche als Klangkörper thematisiert und mit einem Glockengeläut startet. Am 6. September gibt es einen Familientag im Nikolaiviertel mit freiem Eintritt.

Sammlungstätigkeit und Neuerwerbungen

Das Museum sammelt weiterhin aktiv. Zuletzt wurde das Gemälde „Mein Deutschlehrer“ der 1994 in Lima geborenen Künstlerin Ximena Ferrer Pizarro erworben, das in der Ausstellung „Geteiltes Leben“ gezeigt wird. Zudem wurden Interviews mit Zeitzeugen wie Gesine Lötzsch und Eckhardt Barthel aufgenommen, die an der konstituierenden Sitzung des Abgeordnetenhauses in der Nikolaikirche vor 35 Jahren teilnahmen. „Die Sammlungstätigkeit ist uns sehr wichtig“, unterstreicht Plagemann.

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