In Oberammergau, dem weltberühmten Passionsspielort, hat eine außergewöhnliche Theaterpremiere stattgefunden. Regisseur Christian Stückl inszeniert „Tyll“ nach dem Erfolgsroman von Daniel Kehlmann. Die Aufführung wird als „komisches Höllenspektakel mit Zirkusnummern, Chor und Orchesterkulisse“ beschrieben.
Ein Spektakel der besonderen Art
Die Inszenierung von Christian Stückl, der auch für die Oberammergauer Passionsspiele verantwortlich ist, bringt Kehlmanns modernen Klassiker auf die Bühne. Der Roman erzählt die Geschichte des legendären Narren Till Eulenspiegel, der im Dreißigjährigen Krieg umherzieht. Stückl setzt dabei auf eine Mischung aus Komödie und Abgründigkeit. „Es ist ein wilder Ritt durch die Geschichte, voller Gags und doch mit Tiefgang“, so ein Kritiker.
Zirkus und Chor als zentrale Elemente
Die Aufführung besticht durch ihre Vielfalt an darstellerischen Mitteln. Zirkusnummern wechseln sich mit Chorgesang ab, während ein Orchester für die musikalische Untermalung sorgt. Der Tyll-Darsteller Bender und seine Mitspielerin Norz führen das Publikum durch das Geschehen. Die Bühne wird zur Fläche für eine „kluge Kopfdurchlüftung“, wie es in einer Rezension heißt.
Flucht aus dem Dorf und vor dem Aberglauben
Das Stück thematisiert die Flucht des Protagonisten aus seinem Heimatdorf und vor dem Aberglauben der Zeit. Es ist eine Geschichte von Freiheit und Widerstand gegen Unterdrückung. Die Inszenierung nutzt die besondere Atmosphäre Oberammergaus, um diese Thematik zu unterstreichen.
Die Premiere fand am 27. Juni 2026 statt und wurde vom SPIEGEL-Kritiker Wolfgang Höbel besprochen. Der Artikel ist nur für Abonnenten zugänglich, was auf das große Interesse an dieser Inszenierung hinweist.



