Rush-Comeback: Deutsche Schlagzeugerin Anika Nilles unterstützt Kultband
Rush-Comeback: Deutsche Schlagzeugerin Anika Nilles unterstützt Kultband

Nach über zehn Jahren Pause kehrt die kanadische Kultband Rush nach Deutschland zurück. Die Rocklegenden um Geddy Lee und Alex Lifeson haben eine Europa-Tournee angekündigt, die sie im Februar und März 2027 nach Berlin, München, Köln, Hamburg und Stuttgart führen wird. Am Schlagzeug sitzt dabei die Mannheimerin Anika Nilles.

Der Tod von Schlagzeuger und Lyriker Neil Peart im Jahr 2020 hatte die Zukunft von Rush infrage gestellt. „Wir haben nach Neils Tod eine lange Phase durchgemacht, die schwierig und emotional war“, sagte Bassist und Sänger Geddy Lee der Deutschen Presse-Agentur. Mit dem Segen von Pearts Familie entschied sich das Duo jedoch zu einem Comeback. „Du vergisst, dass es deine Songs sind, dass sehr viel von dir selbst in diesen Liedern steckt“, so Lee. „Es ist völlig legitim, sich diese Songs wieder ein Stück weit zu eigen zu machen.“

Den ersten Schritt zum Bühnencomeback machten Lee und Lifeson bei Tribute-Konzerten für den verstorbenen Foo-Fighters-Drummer Taylor Hawkins im Jahr 2022. „Nach den Shows waren wir ziemlich euphorisch“, erinnert sich Lee. „Paul McCartney zum Beispiel hat uns einen Vortrag gehalten, warum wir wieder auf Tour gehen sollten.“ Auch eine gemeinsame Jamsession, bei der die beiden einen alten Song spielten, bestärkte sie. „Es machte einfach riesigen Spaß“, sagt Gitarrist Lifeson. „Und darum geht es doch.“

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Für den vakanten Posten am Schlagzeug empfahl Lees Basstechniker die deutsche Schlagzeugerin Anika Nilles. Die 42-jährige gebürtige Aschaffenburgerin, die in Mannheim lebt, wurde durch Drum-Videos wie „Wild Boy“ und „Alter Ego“ international bekannt. Sie wurde zu Proben nach Kanada eingeladen. „Das war natürlich erst mal überwältigend, mit den beiden im Studio in so einer kleinen Runde zusammenzuspielen“, erzählt Nilles. Sie ist sich der großen Fußstapfen von Neil Peart bewusst: „Neil ist einfach ein Teil dieser Musik und das kann man nicht ausblenden oder übergehen, sondern es ist etwas, das man mit Respekt angehen muss und mit viel Feingefühl.“

Nilles überzeugte das Rush-Duo menschlich, musikalisch und mit ihrer Leidenschaft. „Ich sehe in ihren Augen dasselbe, was man bei Neil sehen konnte, wenn er über Schlagzeug sprach“, schwärmt Lifeson. „Der wichtigste Punkt ist einfach, das Feeling zu treffen“, erklärt Nilles ihre Herangehensweise, „sodass es sich für die beiden gut anfühlt, ihre Musik wieder zu spielen. Und letztendlich fühlt es sich dann auch für die Fans richtig an.“

Die „Fifty Something“-Tour beginnt im Juni 2027 in Los Angeles und führt Rush dann nach Europa. Die Band wird Klassiker wie „Tom Sawyer“, „Subdivisions“ und „2112“ spielen. Fast elf Jahre nach ihrem letzten Konzert mit Neil Peart kehrt Rush damit auf die Bühnen zurück.

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