Dramatische Stunden zwischen Hoffnung und Verzweiflung für Norwegens Königsfamilie: Während Kronprinzessin Mette-Marit (52) eine neue Lunge transplantiert bekam, bangte ihr Sohn Marius Borg Høiby (29) im Gefängnis um das Leben seiner Mutter. Wie der Palast am Mittwochmorgen mitteilte, wurde Mette-Marit im Rikshospitalet in Oslo operiert. Für die schwer an Lungenfibrose erkrankte Kronprinzessin war die Spenderlunge die letzte Rettung.
Geheimnis um den OP-Zeitpunkt
Wann genau die Kronprinzessin operiert wurde, hält der Palast geheim, um die Identität des Organspenders und seiner Familie zu schützen. Das letzte Foto von Mette-Marit zeigt sie im Auto am 7. Juni. Damals besuchte sie gemeinsam mit ihrem Ehemann, Kronprinz Haakon (52), Marius im Gefängnis. Wenige Tage später, am 15. Juni, wurde Marius in einem der größten Skandalprozesse der norwegischen Monarchie schuldig gesprochen – muss unter anderem wegen Vergewaltigung eine vierjährige Haftstrafe verbüßen. Noch ist das Urteil nicht rechtskräftig, Marius’ Anwälte haben Berufung eingelegt.
Marius kämpfte darum, seine Mutter zu sehen
Am 8. Juni hatte Marius noch verzweifelt um seine Freilassung gekämpft, um bei seiner schwer kranken Mutter sein zu können. Vor Gericht sagte er über die bevorstehende Lungentransplantation seiner Mutter: „Diese Operation ist mit großen Risiken verbunden. Es ist unerträglich, hier im Gefängnis zu sitzen, wenn es Mama so schlecht geht.“ Marius ahnte wohl, dass die Operation seiner Mutter jederzeit anstehen könnte. Eine Spenderlunge muss bestenfalls innerhalb von sechs bis acht Stunden transplantiert werden.
Bitter: Als das Berufungsgericht seinen Antrag auf vorzeitige Freilassung mit Fußfessel ablehnte, soll Marius gegen einen Schrank in seiner Zelle geschlagen und sich an der Hand verletzt haben. Am 10. Juni wurde Marius zum Röntgen in ein Krankenhaus gebracht. Wollte er womöglich zu seiner Mama? Nach norwegischen Medienberichten wurde Marius jedoch in ein anderes Krankenhaus im Osten Oslos gebracht, während seine Mutter im Rikshospitalet im Westen der Stadt operiert wurde. Kronprinz Haakons Terminkalender deutet darauf hin, dass Mette-Marits lebensrettende Transplantation gegen Ende der vergangenen Woche stattgefunden haben könnte.
Hoffnung und Schmerz liegen nah beieinander
Für Kronprinz Haakon und seine Familie liegen Hoffnung und Schmerz derzeit so nah beieinander wie selten zuvor: Während Mette-Marit dank der Transplantation eine neue Chance auf Leben erhält, bleibt ihr Sohn Marius trotz seiner Berufung vorerst hinter Gittern.
Doch auch für Mette-Marit stehen weiterhin anspruchsvolle Wochen bevor: Nach ihrer Transplantation wird sie voraussichtlich länger im Krankenhaus bleiben müssen. Nach Angaben von Are Holm, dem Leiter der Lungenabteilung am Rikshospitalet in Oslo, sei ein solcher Aufenthalt nach dem Eingriff üblich. In dieser Phase gehe es vor allem darum, die Medikamente optimal einzustellen, mögliche Komplikationen frühzeitig zu erkennen und zu behandeln sowie mit der ersten Rehabilitation zu beginnen.
Marius wollte bei seiner kranken Mutter sein
Erst vor 12 Tagen war bekannt geworden, dass die an unheilbarer Lungenfibrose leidende Kronprinzessin auf die Warteliste für eine Spenderlunge gesetzt worden war. Ihre Ärzte machten damals deutlich, wie dramatisch die Lage bereits war: Patienten werden in Norwegen in der Regel erst dann auf die Liste aufgenommen, wenn ohne Transplantation nur noch eine begrenzte Lebenserwartung besteht.
Nun also die Bekanntgabe der Transplantation. Das erklärt vieles. Es erklärt, warum ihre beiden jüngeren Kinder ihre Auslandsaufenthalte abgebrochen hatten, warum Haakon seit Freitag Termine absagte und warum sich die Kronprinzessin am Montag nicht persönlich zum Urteil ihres Sohnes äußerte.



