Vom 18. Juni bis 5. Juli findet in Chemnitz das Festival „Theater der Welt“ statt, das 33 internationale Produktionen präsentiert. Das Programm umfasst Pop-Oper, Schauspiel, Performances und Figurentheater, darunter Uraufführungen und Stücke, die erstmals in Deutschland oder Europa gezeigt werden. Das Festival gilt als Deutschlands wichtigstes Festival internationaler Bühnenkunst und verlängert das Jahr von Chemnitz als Kulturhauptstadt Europas 2025.
Zum Auftakt am 18. Juni gibt es die Installation „Paper Planet“ des Polyglot Theatre aus Australien, bei der Besucher aus Pappe und Papier eine begehbare Welt erschaffen können. Am Abend folgt im Opernhaus „Split Tooth: Saputjiji“ von Tanya Tagaq aus Kanada, ein Stück über indigene Identität und Selbstermächtigung in der Arktis, das die Geschichte eines heranwachsenden Mädchens erzählt.
Das Festival wird alle drei Jahre in einer anderen Stadt ausgetragen. Die aktuelle Ausgabe wurde von neun internationalen Kuratoren entwickelt. Die Stücke behandeln globale Themen wie Herkunft, Identität und Machtverhältnisse und geben indigenen Stimmen Raum. So thematisieren sie Kolonialismus und Ressourcenausbeutung.
Zu den Höhepunkten zählt die Pop-Oper „Nkoli: A Fierce & Fabulous Life“ über den südafrikanischen Anti-Apartheid-Kämpfer Simon Nkoli. Eine deutsch-chinesische Koproduktion bringt Alfred Döblins Roman „Berge, Meere und Giganten“ unter dem Titel „Luftmasse“ auf die Bühne, mit einem visuellen Konzept von Ai Weiwei. Bei „Blur“ bewegen sich Zuschauer mit VR-Brillen durch künstliche Welten und setzen sich mit Endlichkeit in Zeiten von Biotechnologie und KI auseinander.
Kulturstaatsminister Wolfram Weimer lobt das Festival als Zeichen für die Universalität der Kunst und die Verbindung von Menschen über Grenzen hinweg. Besonders richtungsweisend sei die Kuration durch ein Team von neun jungen Menschen von allen Kontinenten. Das Festival wird vom Bund, dem Land Sachsen und der Stadt Chemnitz mit insgesamt drei Millionen Euro unterstützt.



