EU-Zukunft: Deutsche Zuversicht sinkt auf 48 Prozent
EU-Zukunft: Deutsche Zuversicht sinkt auf 48 Prozent

Die Zuversicht der Deutschen in die Zukunft der Europäischen Union ist drastisch gesunken. Laut der aktuellen Eurobarometer-Umfrage des Europäischen Parlaments gaben nur noch 48 Prozent der Befragten an, „ziemlich optimistisch“ oder „sehr optimistisch“ zu sein. Im Vorjahr lag dieser Wert noch bei fast 70 Prozent – ein Rückgang um 22 Prozentpunkte.

Deutschland unter EU-Durchschnitt

Damit liegt Deutschland deutlich unter dem EU-weiten Durchschnitt von 59 Prozent optimistischen Bürgern. Auch die Zuversicht in die Zukunft Deutschlands selbst ist laut Umfrage zurückgegangen. Trotz des Pessimismus betrachten 70 Prozent der Deutschen die EU weiterhin als „Ort der Stabilität“ – EU-weit sind es sogar drei Viertel der Befragten. Rund zwei Drittel der Deutschen erwarten zudem, dass die Bedeutung des Staatenbunds auf der Weltbühne in den kommenden Jahren zunehmen wird.

Lebensqualität: Finanzen und Gesundheit vorn

Die Umfrage fragte auch nach den Faktoren für eine gute Lebensqualität. Für 54 Prozent der Deutschen steht die finanzielle Situation und die Fähigkeit, den Lebensunterhalt zu bestreiten, an erster Stelle. Knapp dahinter folgen körperliche und geistige Gesundheit (53 Prozent) sowie das Sozialleben (53 Prozent). Die Befragten konnten bis zu vier Aspekte nennen. Weitere wichtige Prioritäten sind die Qualität und der Zugang zur Gesundheitsversorgung (43 Prozent) sowie die öffentliche und persönliche Sicherheit (43 Prozent). EU-weit werden zudem die Sicherheit und Qualität von Lebensmitteln (40 Prozent) häufig genannt, in Deutschland liegt dieser Wert bei 35 Prozent.

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Die große Mehrheit der Deutschen (83 Prozent) ist mit ihrer Lebensqualität zufrieden. Verbesserungspotenzial sehen die Befragten vor allem bei der finanziellen Situation (43 Prozent), der Gesundheitsversorgung (37 Prozent) und dem Sozialleben (34 Prozent).

EU-Schwerpunkte: Energie, Verteidigung, Wettbewerb

Um die Position der EU in der Welt zu stärken, sollten sich die Mitgliedstaaten nach Ansicht der Deutschen vor allem auf Energieunabhängigkeit (41 Prozent), Verteidigung und Sicherheit (38 Prozent) sowie Wettbewerbsfähigkeit (37 Prozent) konzentrieren. Das Europäische Parlament sollte sich laut den Befragten prioritär mit der Inflation und den steigenden Lebenshaltungskosten (46 Prozent), der Verteidigung und Sicherheit der EU (43 Prozent) sowie der Wirtschaft und der Schaffung von Arbeitsplätzen (33 Prozent) befassen. Mehrfachnennungen waren möglich.

Methodik der Umfrage

Die repräsentativen Eurobarometer-Umfragen werden standardmäßig zweimal jährlich durchgeführt. Im April 2024 wurden in Deutschland 1.507 Personen ab 15 Jahren in persönlichen Interviews befragt. EU-weit umfasste die Stichprobe 26.421 Personen. Die Umfrage wurde vom Europäischen Parlament in Auftrag gegeben.

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