Extremwetter in Österreich: 251 Menschen aus Tiroler Tal evakuiert
251 Menschen aus Tiroler Tal ausgeflogen

Nach tagelanger großer Hitze führten heftige Niederschläge im österreichischen Kaunertal zu einer dramatischen Situation. Am Sonntag gingen mehrere Muren auf die Gletscherstraße nieder und schnitten den hinteren Teil des Tales von der Außenwelt ab. Insgesamt 251 Personen, darunter viele deutsche Ausflugsgäste, mussten mit Hubschraubern evakuiert werden. Die Rettungsaktion wurde von österreichischen Bundesheer und Kräften des Innenministeriums durchgeführt und war am Montagmittag abgeschlossen.

Ablauf der Unwetter und Evakuierung

Zunächst fiel Hagel, dann lösten sich Gerölllawinen von den Gebirgswänden. Gestein und Schlamm wälzten sich auf die Kaunertaler Gletscherstraße, die Stromversorgung wurde unterbrochen. Verletzt wurde offenbar niemand. Die eingeschlossenen Menschen verbrachten die Nacht in einer Schutzhütte und einem Bergrestaurant. Die Rettung begann am Sonntag: Drei Hubschrauber des Innenministeriums und zwei Militärmaschinen waren im Einsatz. Ein Militärsprecher sagte: „Wir haben insgesamt 251 Personen ausgeflogen.“ Er fügte hinzu, dass mehr als die Hälfte davon Ausflugsgäste waren, darunter viele deutsche Staatsbürger. Bereits am Sonntag seien erste Personen aus medizinischen Gründen ausgeflogen worden. Ein Hubschrauber war bereits in der Region, weil er zuvor einen Waldbrand im Tiroler Unterland bekämpft hatte.

Hintergrund und weitere Gefahren

Nach starken Regenfällen waren am Sonntag drei Muren auf die Gletscherstraße abgegangen. Rund 200 Tagesausflügler konnten das Gebiet nahe der italienischen Grenze nicht mehr verlassen. Die Lage könnte sich weiter verschärfen: Der Militärsprecher warnte vor weiteren Unwettern in Tirol. Das Meteorologie-Institut Geosphere Austria kündigte für Montagnachmittag und Dienstag kleine Muren, lokale Überschwemmungen und Behinderungen auf Straßen und Schienen an. Das Kaunertal liegt nahe der Grenze zu Südtirol und hat weniger als tausend Einwohner. Österreichs Bundespräsident Alexander Van der Bellen verbrachte dort seine Jugend.

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