Israel ordnet Kampfstopp im Libanon an – Iran in Genf
Israel ordnet Kampfstopp im Libanon an – Iran in Genf

Israels Regierung hat die Armee angewiesen, die Kämpfe im Süden des Libanon einzustellen. Ein Armeesprecher erklärte am Samstag, die Streitkräfte hätten von der politischen Führung aktualisierte Anweisungen zur Waffenruhe erhalten. Die Armee solle jedoch weiterhin defensiv im Süden des Libanon vorgehen. Die Ankündigung erfolgte inmitten neuer heftiger Gefechte zwischen der israelischen Armee und der pro-iranischen Hisbollah. Beide Seiten warfen einander Verstöße gegen die am Freitag von den USA verkündete Waffenruhe vor.

Etwa 100 Tote bei israelischen Luftangriffen

Bei israelischen Luftangriffen am Freitag und Samstag wurden im Libanon nach libanesischen Behördenangaben etwa 100 Menschen getötet. Nach israelischen Angaben feuerte die Hisbollah in der Nacht mehr als 50 Raketen auf israelische Streitkräfte ab. Die Armee teilte zudem mit, dass in den vergangenen 48 Stunden bei Kämpfen im Süden des Libanon fünf Soldaten getötet worden seien.

Iranische Delegation in der Schweiz eingetroffen

Die Kämpfe im Libanon hatten kurz vor den Verhandlungen zwischen den USA und Iran in der Schweiz für Spannungen gesorgt. Iran hatte deshalb am Samstag eine erneute Schließung der Straße von Hormus verkündet. Wie iranische Medien am Samstagabend mitteilten, ist die Delegation des Landes jedoch mittlerweile in der Schweiz angekommen. Auch US-Vizepräsident JD Vance hat sich auf den Weg dorthin gemacht. Wenige Stunden vor dem Abflug hatte noch Unklarheit über den Zeitplan der Reise geherrscht. Ursprünglich waren die Gespräche mit Iran bereits für Freitag angesetzt. Vance hatte zuvor bestätigt, dass derzeit bereits Gespräche in der Schweiz stattfänden – und in diesem Zusammenhang auch, dass sich der Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, Jared Kushner, sowie der US-Sondergesandte Steve Witkoff in der Schweiz befänden.

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Trump droht mit US-Maut in der Straße von Hormus

Die Straße von Hormus wird mutmaßlich ein wichtiger Teil der Gespräche sein. Nach der Ankündigung Irans, die Meerenge zu schließen, hatte das US-Militär bekräftigt, Teheran habe keine Kontrolle über den Schifffahrtsweg. Der Verkehr fließe weiter. US-Präsident Donald Trump drohte am Samstag mit einer Maut in der Straße von Hormus. Auf seiner Onlineplattform Truth Social schrieb er, es werde innerhalb der 60-tägigen Verhandlungszeit mit Iran keine Maut an dem Schifffahrtsweg geben – es sei denn, es komme zu keiner Vereinbarung mit Iran. Die USA könnten eine Maut zu ihren Gunsten erheben, und zwar für Dienstleistungen, die sie als Schutzengel der Länder des Nahen Ostens erbracht hätten. Zudem sollten damit vergangene, gegenwärtige und zukünftige Kosten erstattet werden.

Rahmenabkommen regelt Gebührenfrage

Im ausgehandelten Rahmenabkommen ist festgelegt, dass Iran während der 60-tägigen Verhandlungen keine Gebühren verlangen darf. Wie es danach weitergeht, soll Iran mit Oman aushandeln – unter Beachtung des internationalen Rechts und Einbeziehung der Anrainerstaaten. Es war bereits damit gerechnet worden, dass dieser Punkt für Streit sorgen könnte. Völkerrechtler halten Gebühren für problematisch.

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