Der Iran hat erneut die alleinige Kontrolle über den Schiffsverkehr durch die strategisch bedeutsame Straße von Hormus beansprucht. Außenminister Abbas Araghtschi erklärte bei einer Pressekonferenz in Bagdad, dass die Meerenge innerhalb der nächsten 30 Tage vollständig unter iranische Verwaltung gestellt werde. „Die Verantwortung für die Straße von Hormus liegt allein beim Iran“, betonte Araghtschi. „Jegliche Einmischung oder der Versuch, parallele Strukturen zu schaffen, würde die Lage weiter verkomplizieren, zusätzliche Spannungen erzeugen und die Wiedereröffnung dieser strategisch zentralen Wasserstraße verzögern.“
Hintergrund des Konflikts
Die Straße von Hormus ist eine der wichtigsten Wasserstraßen für den globalen Öl- und Handelstransport. Der Iran hatte die Meerenge nach Beginn der Angriffe der USA und Israels auf das Land faktisch blockiert, indem er Drohungen und Angriffe auf Schiffe ausübte. Dies brachte den Schiffsverkehr nahezu zum Erliegen und diente dem Iran als Druckmittel in den Verhandlungen um eine Beendigung des Krieges.
Rahmenabkommen zwischen USA und Iran
Die Wiedereröffnung der Straße von Hormus ist ein zentraler Bestandteil des kürzlich vereinbarten Rahmenabkommens zwischen den USA und dem Iran. In diesem Abkommen ist festgelegt, dass der Iran während der 60-tägigen Verhandlungen keine Gebühren für die Passage von Schiffen erheben darf. Die langfristige Regelung soll der Iran gemeinsam mit dem Oman unter Beachtung des internationalen Rechts und unter Einbeziehung der Anrainerstaaten aushandeln. Völkerrechtler sehen die Erhebung von Gebühren jedoch kritisch.
Aktuelle Entwicklungen
Mit der erneuten Betonung des Alleinvertretungsanspruchs stellt der Iran die Umsetzung des Rahmenabkommens infrage. Araghtschi warnte, dass jede Einmischung von außen die Situation verschärfen und die Wiedereröffnung weiter verzögern werde. Die internationale Gemeinschaft beobachtet die Lage mit Sorge, da eine anhaltende Blockade der Straße von Hormus erhebliche Auswirkungen auf die Weltwirtschaft haben könnte.



