Der Iran hat Berichte über neue Verhandlungen mit den USA in den kommenden Tagen dementiert. In dieser Woche seien keine Treffen der Arbeitsgruppen geplant, sagte Vizeaußenminister Kasem Gharibabadi am Montag dem iranischen Staatsfernsehen. Im Iran endet die Woche am Freitag. US-Medien hatten zuvor berichtet, die Verhandlungen sollten am Dienstag in der katarischen Hauptstadt Doha wieder aufgenommen werden. Gharibabadi sagte, diese Information sei „nicht korrekt“.
Vermittler richten Kommunikationskanäle ein
Im Konflikt zwischen den USA und dem Iran haben Vermittler Insidern zufolge Kommunikationskanäle eingerichtet, um mögliche Zwischenfälle und damit eine erneute Eskalation wie am Wochenende zu verhindern. Vertreter beider Länder wollten zudem in den kommenden Tagen in Katars Hauptstadt Doha die Beratungen über die Umsetzung einer Rahmenvereinbarung fortsetzen, sagt eine mit den Verhandlungen vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters. Das US-Nachrichtenportal Axios hatte unter Berufung auf einen ranghohen US-Regierungsvertreter berichtet, dass die Gespräche am Dienstag in Katar wieder aufgenommen werden sollen. Neben Katar vermittelt auch Pakistan in dem Konflikt. Nach einem iranischen Angriff auf einen Frachter in der Straße von Hormus hatten sich beide Seiten in den vergangenen Tagen trotz der geltenden Waffenruhe wieder gegenseitig beschossen. Inzwischen wurden nach US-Angaben mit dem Iran ein Stopp der Angriffe und eine Rückkehr an den Verhandlungstisch vereinbart.
Sechs Milliarden Dollar eingefrorener Gelder freigegeben
Nach einer Einigung mit den USA zur Aufhebung von Sanktionen im Öl- und Petrochemiesektor werden nach Angaben aus Teheran sechs Milliarden von insgesamt zwölf Milliarden Dollar an eingefrorenen iranischen Geldern aus Katar freigegeben. Dies erklärte der iranische Präsident Massud Peseschkian staatlichen Medien zufolge. Der Iran und die USA haben in diesem Monat ein Rahmenabkommen unterzeichnet, um den Weg für eine Beilegung ihres Konflikts zu ebnen.
Syrien: Israel greift Ziele im Süden an
Israels Armee hat in Syrien nach dortigen Angaben Ziele in der südlichen Provinz Daraa angegriffen. Die staatliche Nachrichtenagentur Sana berichtete, Israels Armee sei mit mehreren Militärfahrzeugen in den Ort Abdin eingefahren. Anwohner hätten Straßen blockiert und Steine geworfen. Die Aktivisten der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichteten, nach der Konfrontation habe Israel das Gebiet mit Artillerie und Maschinengewehren beschossen, woraufhin mehrere Familien geflohen seien. Die israelische Armee teilte am Sonntag mit, sie habe am Samstag „mehrere bewaffnete Terroristen“ im südlichen Syrien getötet. Die Armee werde dort weiter im Einsatz bleiben, um jegliche Bedrohung für israelische Zivilisten und israelische Soldaten zu beseitigen. Zu den Vorfällen in Abdin am Sonntagabend äußerte sich die Armee zunächst nicht. Ein Anwohner sagte der Deutschen Presse-Agentur am Montag, israelische Soldaten hätten einen Kontrollpunkt am Ortseingang von Abdin errichtet und Anwohner teils durchsucht. Er bestätigte, dass die Anwohner daraufhin die Straße blockiert und Steine geworfen hätten. Die Soldaten seien am späten Abend abgezogen, dann sei der Ort angegriffen worden. Einige Familien seien in Panik geflohen. Inzwischen habe sich die Lage wieder beruhigt.
Iran und Oman beraten über Zukunft der Straße von Hormus
Der Iran und der Oman haben erstmals in einem gemeinsamen Ausschuss über die Straße von Hormus beraten. Das Treffen des Gremiums fand in der omanischen Hauptstadt Maskat statt, wie der iranische Vizeaußenminister Kasem Gharibabadi auf der Plattform X mitteilte. Demnach tauschten sich Vertreter beider Staaten über die Souveränitätsrechte der Golf-Anrainer aus. Zudem sei über die künftige Verwaltung der für den internationalen See- und Ölhandel wichtigen Meerenge gesprochen worden. Basis dafür sei das Mitte Juni von den USA und dem Iran vereinbarte Rahmenabkommen.
„Wall Street Journal“: Trump muss Hormus öffnen – zur Not mit Gewalt
Zum Ringen zwischen Washington und Teheran um die Kontrolle der Straße von Hormus schreibt das „Wall Street Journal“ am Montag: „Das stärkste Argument für Präsident Trumps Rahmenabkommen mit dem Iran war, dass es zumindest die Straße von Hormus wieder öffnete. Nun ja, jetzt versucht das Regime, diese Vereinbarung zunichtezumachen, indem es Gewalt gegen Handelsschiffe, die Golfstaaten und US-Stützpunkte anwendet. All dies verstößt gegen das Abkommen und wirft die Frage auf, warum Trump es überhaupt unterzeichnet hat. (…) Gewalt ist das Mittel des Regimes, die Welt seinem Willen zu unterwerfen. In Abwesenheit der Gewalt weigerten sich die Reedereien während der ersten Tage des Abkommens, den iranischen Vorgaben für die Straße von Hormus nachzukommen. (…) Im größeren strategischen Gesamtbild lässt das Regime dem Präsidenten die Wahl: Entweder die Straße von Hormus dem iranischen Terror zu überlassen oder um sie zu kämpfen, wie er es von Anfang an hätte tun sollen, nachdem er den Krieg begonnen hatte, und die Meerenge mit Gewalt wieder zu öffnen.“
Israels Cyberabwehr spricht von massiver Zunahme iranischer Attacken
Israels Sicherheitsbehörden haben nach eigenen Angaben im jüngsten Krieg mit dem Iran eine drastische Zunahme iranischer Cyberangriffe verzeichnet. „Während der Operation ‚Rising Lion‘ im Juni 2025 gingen bei den 119 Einsatzzentren unseres Cyberabwehr-Zentrums etwa 1600 Meldungen über Cybervorfälle ein“, sagte der Generaldirektor des Nationalen Cyberabwehrzentrums, Yossi Karadi, der „Welt“. „Während der Operation ‚Roaring Lion‘ im Juni 2026 stieg diese Zahl auf rund 4800 Meldungen.“ „Anders als im kinetischen Bereich gibt es im Cyberraum keinen Waffenstillstand“, sagte Karadi. Am Tag der Unterzeichnung des Waffenstillstands im Juni vergangenen Jahres sei die Zahl der Cyberangriffe gegen Israel verdoppelt worden. Bis zum vergangenen Jahr hätten iranische Cyberangriffsgruppen unabhängig voneinander gehandelt. Nach Israels Angriff auf das Atomprogramm im Juni 2025 hätten sie auf Befehl der iranischen Führung begonnen, sich zu koordinieren. „Einige Gruppen sind sehr gut. Wir kommen mit ihnen zurecht, aber wir müssen sie ernst nehmen“, sagte Karadi. Als Verteidiger teile man den Cyberraum in vier Kreise ein. „In der Mitte steht die kritische Infrastruktur. Das ist der Kern meiner Mission. Dort darf der Gegner keinen Erfolg haben“, sagte Karadi. Dann folgten zentrale Organisationen, kleine und mittlere Unternehmen und schließlich die Öffentlichkeit. „Bis jetzt – und hoffentlich bleibt es so – ist es uns gelungen, Angriffe auf die kritische Infrastruktur abzuwehren.“
USA setzen trotz Eskalation auf Dialog mit Iran
Die USA und der Iran wollen ihre gegenseitigen Angriffe im Streit um die Straße von Hormus US-Angaben zufolge vorerst einstellen und weiter verhandeln. „Beide Seiten werden vorerst von weiteren Maßnahmen absehen“, erfuhr die Nachrichtenagentur dpa aus informierten Kreisen in Washington. Schiffe könnten frei verkehren, während die technischen Gespräche zur Umsetzung des Rahmenabkommens fortgesetzt werden sollen. Sie seien für die kommenden Tage geplant, sagte ein ranghoher Beamter. Zudem seien die Kanäle zur Konfliktvermeidung eingerichtet und funktionsfähig. Nach Informationen des US-Portals „Axios“ wollen sich beide Seiten diesen Dienstag in Katars Hauptstadt Doha treffen, um ihren Streit um die Straße von Hormus beizulegen. Eine offizielle Bestätigung gab es dafür zunächst nicht. US-Außenminister Marco Rubio hatte kürzlich technische Gespräche für diesen Montag oder Dienstag in Aussicht gestellt, die erneut in der Schweiz stattfinden sollten. Erwartet wurde, dass es dabei um Irans Atomprogramm geht. Wegen der jüngsten Eskalation seien die Gespräche jedoch verlegt und der Schwerpunkt auf die Straße von Hormus gelegt worden, meldete „Axios“. In den vergangenen Tagen hatte es erneut Angriffe des US-Militärs im Iran nach Attacken auf Schiffe in der Meerenge gegeben, die Washington Teheran zugeschrieben hatte. Irans Revolutionsgarden wiederum attackierten Ziele in den mit den USA verbündeten Golfstaaten Kuwait und Bahrain. Auslöser waren unterschiedliche Auslegungen des vor rund zwei Wochen unterzeichneten Rahmenabkommens zur Beendigung des Krieges – insbesondere hinsichtlich der Bestimmungen zu der für den Welthandel wichtigen Straße von Hormus.
Israel: Haben massiven Tunnel der Hisbollah im Südlibanon zerstört
Die israelische Armee hat nach offiziellen Angaben im Südlibanon einen weitreichenden unterirdischen Tunnel zerstört. Es handele sich um „Terrorinfrastruktur“ der libanesischen Hisbollah-Miliz im Gebiet des Ortes Madschdal Sun, hieß es in einer gemeinsamen Mitteilung des Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu und des Verteidigungsministers Israel Katz. In der Mitteilung war von einem mehr als 200 Meter langen und über 25 Meter tiefen Tunnel die Rede. Dort sollen Hunderte Waffen gelagert gewesen sein. Außerdem hätten sich dort mehrere Abschussschächte für Angriffe auf Israel befunden. Der Tunnel war nach Militärangaben rund zehn Kilometer von der israelischen Grenze entfernt. Die USA seien im Vorfeld über die Zerstörungsaktion informiert worden, hieß es weiter in der Mitteilung von Netanjahu und Katz. Libanesische Anwohner berichteten, während der massiven Explosion habe die Erde gebebt.
Irans Klerus drängt auf Abbruch der Gespräche mit den USA
Der einflussreiche iranische Klerus fordert nach den jüngsten amerikanischen Angriffen einen Abbruch der Verhandlungen mit den USA. In einer Erklärung der theologischen Zentren in der Pilgerstadt Ghom wurden der Präsident, die Mitglieder des Sicherheitsrats sowie das Verhandlungsteam aufgefordert, bei einem erneuten Vertragsbruch die Gespräche mit den USA unverzüglich zu beenden. Dies müsse sowohl aus gesetzlichen als auch aus religiösen Erwägungen geschehen, da ein Vertragsbruch eine Missachtung der im Rahmenabkommen festgelegten Bestimmungen darstelle, heißt es in der Erklärung, die über den Staatssender Irib verlesen wurde. Die theologischen Zentren in Ghom werden von einflussreichen Klerikern geführt. Sie gelten seit der von Großajatollah Ruhollah Chomeini angeführten Revolution von 1979 als Initiatoren der islamischen Ideologie des Landes und besitzen entsprechend großen Einfluss im politischen System. Auch Medien, die den iranischen Revolutionsgarden nahestehen, halten weitere Verhandlungen mit den USA für nicht mehr tragbar. Ihren Angaben zufolge wurde durch die Angriffe bereits gegen den ersten und zentralen Punkt des Rahmenabkommens – das Ende der Kampfhandlungen an allen Fronten – verstoßen. Unter diesen Umständen seien weitere Gespräche sinnlos, so der Tenor.
Iran beansprucht alleinige Kontrolle über Straße von Hormus
Der Iran beansprucht die Kontrolle des Schiffsverkehrs durch die für den Welthandel wichtigen Straße von Hormus aufs Neue allein für sich. „Die Straße von Hormus wird innerhalb der kommenden 30 Tage wieder vollständig unter die Verwaltung des Iran gestellt“, sagte Außenminister Abbas Araghtschi bei einer Pressekonferenz in der irakischen Hauptstadt Bagdad. Die Verantwortung für die Meerenge liege allein beim Iran, bekräftigte Araghtschi. „Jegliche Einmischung oder der Versuch, parallele Strukturen zu schaffen, würde die Lage weiter verkomplizieren, zusätzliche Spannungen erzeugen und die Wiedereröffnung dieser strategisch zentralen Wasserstraße verzögern.“
Kuwait verurteilt neue iranische Attacke
Kuwait hat einen neuen iranischen Angriff auf sein Staatsgebiet scharf verurteilt. Das Außenministerium des Golfstaats erklärte am Sonntag, es verurteile „aufs Schärfste die erneute abscheuliche Aggression des Iran gegen den Staat Kuwait“. Diese habe sich „zuletzt heute im Morgengrauen“ ereignet und stelle „einen eklatanten Verstoß“ gegen Kuwaits Souveränität dar.
Bahrain bestätigt Angriffe Irans
Der Golfstaat Bahrain hat die jüngsten Angriffe des Irans mit Drohnen und Raketen bestätigt. Das Außenministerium in Manama sprach von einer „gefährlichen Eskalation“, die einem „bewussten Muster wiederholter Angriffe“ gegen das Land folge. Der Iran halte an seinem Kurs fest und sei mit Blick auf das Rahmenabkommen mit den USA über ein Ende der Gewalt „allein verantwortlich“ dafür, die noch bleibenden Chancen auf eine Deeskalation zu untergraben.
USA und Iran setzen gegenseitige Angriffe fort
Die USA und der Iran haben ihre gegenseitigen Angriffe fortgesetzt und sich gegenseitig den Bruch eines vorläufigen Waffenstillstands vorgeworfen. Nach US-Luftangriffen auf Überwachungsanlagen an der iranischen Südküste feuerten die iranischen Revolutionsgarden am Sonntag Raketen und Drohnen auf US-Militärstützpunkte in Kuwait und Bahrain. Einem US-Vertreter zufolge gab es zunächst keine Berichte über Opfer oder größere Schäden an den Einrichtungen. Das iranische Außenministerium erklärte, die US-Angriffe verletzten das vorläufige Abkommen zur Beendigung des viermonatigen Krieges. Das US-Zentralkommando teilte mit, die eigenen Angriffe seien eine direkte Reaktion auf die anhaltende iranische Aggression gegen die Handelsschifffahrt.
Wadephul: Rahmenabkommen zwischen Israel und dem Libanon „macht Hoffnung“
Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) hat das Rahmenabkommen zwischen Israel und dem Libanon begrüßt. Die Vereinbarung „macht Hoffnung“, schrieb Wadephul am Samstag in Onlinediensten. „Sie stärkt die Sicherheit beider Staaten, setzt auf direkte Verständigung und eröffnet die Chance, einen jahrzehntelangen Konflikt beizulegen“, erklärte Wadephul, der sich bei den USA und US-Außenminister Marco Rubio für die Vermittlung bedankte. Jetzt komme es auf die Umsetzung der Vereinbarung an, fügte Wadephul hinzu. Deutschland werde diesen Weg unterstützen. Entscheidend sei, dass der Libanon „sein staatliches Gewaltmonopol verlässlich durchsetzt“. Ebenso wichtig seien „klare Sicherheitsgarantien für Israel“. „Nur wenn alle Seiten Verantwortung übernehmen, kann dieser Prozess zu Stabilität, Sicherheit und dauerhaftem Frieden führen“, erklärte der Bundesaußenminister. Er appellierte „an alle relevanten Akteure, vor allem Hisbollah, sich nun konstruktiv zu verhalten.“



