Padua – Tausende Menschen versammelten sich in der Basilika Santa Giustina in Padua, um Abschied von Italiens Sportlegende Alessandro Zanardi zu nehmen. Der frühere Formel-1-Pilot und spätere Parasportler starb vergangene Woche im Alter von 59 Jahren. Sein Handbike stand direkt neben dem Sarg auf dem Altar – ein Symbol für sein außergewöhnliches Leben. Ein Fan hielt ein Schild hoch: „Leb wohl, Alex, deine Legende wird niemals sterben.“
Letzte Ehre vor der Basilika
Trotz Regens versammelten sich unzählige Fans auf dem Platz vor der Basilika. Als der Sarg eintraf, brandete Applaus auf. Ehefrau Daniela und Sohn Niccolò dankten der Menge mit Gesten. Ein Geistlicher verlas einen Brief von Papst Franziskus aus dem Jahr 2020, in dem es hieß: Zanardi habe aus seiner Behinderung „eine Lektion in Menschlichkeit“ gemacht.
Ein Leben voller Schicksalsschläge
Zwischen 1991 und 1999 fuhr Zanardi in der Formel 1 und bestritt über 40 Rennen. 2001 verlor er bei einem Unfall auf dem Lausitzring beide Beine und schwebte in Lebensgefahr. Doch er gab nicht auf: Er stieg auf das Handbike um und wurde zum Parasport-Star mit vier Gold- und zwei Silbermedaillen bei den Paralympics. 2020 erlitt er einen weiteren schweren Unfall mit dem Handbike in der Toskana, von dem er sich nie mehr erholte.
Drei Jahre in einer Pflegeeinrichtung
Die letzten drei Jahre verbrachte Zanardi in einer Pflegeeinrichtung in Padua. 2022 erschwerte ein Brand im Wohnhaus seiner Familie die Situation zusätzlich, bei dem wichtige medizinische Geräte für seine Reha zu Hause zerstört wurden. Sohn Niccolò erinnerte sich in der Trauerfeier an den Alltag mit seinem Vater: „Er hat immer gelächelt, wenn er Pizzateig knetete oder Kaffee zubereitete. Von ihm habe ich gelernt, dass es nicht die großen Herausforderungen braucht, sondern die Freude in den kleinen Dingen zu finden.“



