Arbeitskräfte-Exodus: Sachsen-Anhalt und Thüringen verlieren massiv Erwerbspersonen
Arbeitskräfte-Exodus in Sachsen-Anhalt und Thüringen

Arbeitskräfte-Exodus: Sachsen-Anhalt und Thüringen verlieren massiv Erwerbspersonen

Eine aktuelle Prognose des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) zeichnet ein alarmierendes Bild für die Arbeitsmärkte in Sachsen-Anhalt und Thüringen. Bis zum Jahr 2045 könnten diese Bundesländer besonders starke Einbrüche beim Arbeitskräfteangebot erleben, während die Gesamtzahl der Erwerbspersonen in Deutschland nahezu stabil bleibt.

Dramatische regionale Unterschiede im Osten Deutschlands

Die Untersuchung zeigt, dass in Regionen wie Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg und Nordthüringen die Zahl der Erwerbspersonen um mindestens ein Fünftel sinken könnte. Diese Gebiete zählen damit zu den bundesweit am stärksten betroffenen Regionen. Auch die Altmark in Sachsen-Anhalt wird mit ähnlich deutlichen Rückgängen genannt.

Insgesamt wird in mehr als der Hälfte der 96 untersuchten Regionen ein Rückgang erwartet. Dies steht im krassen Gegensatz zur bundesweiten Entwicklung: Deutschlandweit dürfte die Zahl der Erwerbspersonen nur leicht um etwa 0,5 Prozent auf rund 43,3 Millionen sinken.

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Demografischer Wandel als Hauptursache

Als Hauptproblem identifiziert das BBSR den demografischen Wandel. In strukturschwächeren Regionen wie Teilen Sachsen-Anhalts und Thüringens rücken zu wenige junge Menschen nach, um altersbedingt ausscheidende Arbeitskräfte zu ersetzen. Zuwanderung und eine höhere Erwerbsbeteiligung können diese Verluste dort nicht ausreichend kompensieren.

Anders sieht die Situation in wirtschaftsstarken Ballungsräumen aus: Städte wie Berlin, Hamburg und München dürften laut Prognose deutliche Zuwächse verzeichnen – vor allem durch Zuzug aus anderen Regionen.

Handlungsbedarf bei Zuwanderung und Qualifizierung

Die Studienautoren sehen dringenden politischen Handlungsbedarf. Besonders wichtig sind Maßnahmen in zwei Bereichen:

  1. Zuwanderung: Gezielte Anwerbung von Fachkräften aus dem In- und Ausland
  2. Qualifizierung: Stärkere Einbindung bislang unterrepräsentierter Gruppen in den Arbeitsmarkt

Zudem gewinnt Weiterbildung an Bedeutung, um Fachwissen trotz schrumpfender Belegschaften zu sichern. Als Erwerbspersonen gelten laut BBSR alle Menschen im Alter von 15 bis unter 75 Jahren, die arbeiten wollen – unabhängig davon, ob sie tatsächlich erwerbstätig sind.

Die Prognose macht deutlich, dass die regionalen Unterschiede in Deutschland weiter zunehmen werden. Während einige Regionen mit Fachkräftemangel kämpfen, stehen andere vor dem Problem schrumpfender Arbeitskräftepotenziale.

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