Die Arbeitslosenzahl in Deutschland liegt den vierten Monat in Folge über drei Millionen. Im April 2026 waren 3,008 Millionen Menschen ohne Arbeit – ein Rückgang um lediglich 13.000 gegenüber dem Vormonat. Der für das Frühjahr typische Aufschwung bleibt damit aus. Die Krise am deutschen Arbeitsmarkt verfestigt sich zusehends.
Entwicklung im April 2026
Im Vergleich zum Vorjahresmonat stieg die Zahl der Arbeitslosen um 77.000. Die Arbeitslosenquote verharrt bei 6,4 Prozent. Saisonbereinigt ergibt sich sogar ein Anstieg um 20.000 Arbeitslose, was einen Rückschlag bedeutet. Die Unterbeschäftigung, die auch Personen in Maßnahmen umfasst, stieg auf 3,665 Millionen – saisonbereinigt ein Plus von 12.000.
Aussagen der Bundesagentur für Arbeit
Andrea Nahles, Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit, warnt: „Eine Trendumkehr am Arbeitsmarkt ist noch nicht in Sicht. Die Frühjahrsbelebung fällt auch im April schwach aus.“ Die schwache Nachfrage nach Arbeitskräften bestätigt dies: Aktuell sind 641.000 offene Stellen gemeldet, 5.000 weniger als vor einem Jahr. Der BA-Stellenindex sinkt weiter.
Beschäftigungsrückgang und steigende Abhängigkeit
Die Zahl der Erwerbstätigen ist zuletzt gesunken, ebenso die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung. Immer mehr Menschen sind auf Unterstützung angewiesen: Über 1,07 Millionen beziehen Arbeitslosengeld, rund 3,83 Millionen sind auf Bürgergeld angewiesen.
Unternehmen halten sich mit Neueinstellungen zurück. Die schwache Konjunktur und die anhaltende Unsicherheit belasten den Arbeitsmarkt. Eine schnelle Besserung ist nicht in Sicht.



