Der deutsche Arbeitsmarkt steht vor einem massiven Umbruch: Bis zum Jahr 2040 werden rund 13,3 Millionen Erwerbspersonen das gesetzliche Renteneintrittsalter von 67 Jahren erreicht haben. Das entspricht 30,0 Prozent aller Erwerbspersonen, die dem Arbeitsmarkt im vergangenen Jahr zur Verfügung standen. Dies teilte das Statistische Bundesamt (Destatis) am Dienstag mit.
Jüngere können Lücke nicht schließen
Die sogenannten Babyboomer-Jahrgänge, die zahlenmäßig stärksten Jahrgänge der deutschen Bevölkerung, gehen in den kommenden Jahren in den Ruhestand. „Jüngere Altersgruppen werden die Babyboomer zahlenmäßig nicht ersetzen können“, konstatiert Destatis. Dies werde zu einem erheblichen Arbeitskräftemangel führen. Um diesem zumindest kurzfristig entgegenzuwirken, wird diskutiert, die Erwerbsbeteiligung älterer Menschen zu erhöhen.
Ältere bleiben länger im Job
Bereits jetzt zeigt sich ein Trend zur längeren Erwerbstätigkeit: Waren 2015 noch 20,7 Prozent der Erwerbspersonen 55 Jahre und älter, so lag ihr Anteil 2025 bereits bei mehr als einem Viertel (27,0 Prozent). „Dieser Trend ist nicht nur das Ergebnis der zunehmenden Alterung der deutschen Gesellschaft, sondern auch einer verstärkten Aktivierung von Menschen in den Jahren vor dem Erreichen des gesetzlichen Rentenalters“, erklärten die Statistiker. Auch die stufenweise Anhebung des Renteneintrittsalters auf 67 Jahre zeigt Wirkung: Der Anteil der ab 65-Jährigen an allen Erwerbspersonen stieg von 2,5 Prozent im Jahr 2015 auf 4,3 Prozent im Jahr 2025.
Rentenkommission übergibt Reformvorschläge
Die Rentenkommission der Bundesregierung übergibt heute ihre Vorschläge für eine Reform der Alterssicherung an Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD). Vorab war bekannt geworden, dass die Experten unter anderem die Abschaffung der abschlagfreien sogenannten Rente mit 63, eine Koppelung des Rentenalters an die Lebenserwartung und eine verpflichtende, kapitalgedeckte Zusatzrente vorschlagen. Die Spitzen der Regierungskoalition aus Union und SPD wollen sich Anfang Juli auf Eckpunkte der Reform verständigen.
Die demografische Entwicklung stellt die gesetzliche Rentenversicherung vor große Herausforderungen. Die Zahl der Beitragszahler sinkt, während die Zahl der Rentner steigt. Ohne Gegenmaßnahmen drohen steigende Beiträge oder sinkende Renten. Die Vorschläge der Rentenkommission zielen darauf ab, das System langfristig stabil zu halten.



