Berlin – Die deutschen Bauern haben im Jahr 2025 eine Rekordernte an Kartoffeln eingefahren. Dies führte zu Überkapazitäten und einem drastischen Preisverfall bei dem wichtigen Grundnahrungsmittel. Die Folge: Viele Landwirte sehen sich gezwungen, ihre Ernte zu vernichten oder an Biogasanlagen zu liefern, was in der Union für Empörung sorgt.
Stephan Mayer fordert staatliches Eingreifen
Der CSU-Innenexperte Stephan Mayer, der als früherer Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesinnenministerium für die Versorgungssicherheit in Deutschland mitverantwortlich war, verlangt nun ein entschlossenes Einschreiten des Staates. Gegenüber BILD erklärte Mayer: „Es kann nicht sein, dass wir in Deutschland wichtige Lebensmittel wie Kartoffeln vernichten oder sie gar als Industrierohstoff für Biogasanlagen verfeuern, gleichzeitig aber die Bevölkerung mit eindringlichen Appellen und Medienkampagnen dazu aufrufen, eigene Notvorräte für den Krisen- und Kriegsfall anzulegen. Hier muss der Staat jetzt einschreiten.“
Die Idee einer nationalen Kartoffel-Reserve
Als konkrete Maßnahme schlägt Mayer die Schaffung einer „nationalen Kartoffel-Reserve“ vor. Der CSU-Politiker sagte BILD: „Der Staat sollte die landwirtschaftliche Überproduktion dazu nutzen, eine nationale Kartoffel-Reserve für den Ernstfall anzulegen.“ Er betonte: „Eingemachte Kartoffeln im Glas- oder Dosenformat sind allemal besser als verfeuerte und vernichtete Lebensmittel.“ Aus Sicht Mayers wäre sogar eine „staatliche Subvention der industriellen Produktion eine echte Investition in die nationale Versorgungssicherheit und damit eine wichtige und gerechtfertigte Maßnahme“.
Unterstützung für Bauern in Not
Mayer argumentiert weiter: „Der Staat fordert zu Recht, dass sich die Bürger aufgrund aktueller Gefahren wie Krieg, Blackout oder mögliche Naturkatastrophen einen Lebensmittelvorrat für 14 Tage anlegen sollten. Mit der nationalen Kartoffel-Reserve könnte der Staat die Bürger dabei jetzt aktiv unterstützen und gleichzeitig Not leidenden deutschen Kartoffelbauern unter die Arme greifen.“
Die Anbaufläche für Kartoffeln wuchs bundesweit auf 301.000 Hektar an – ein Plus von 6,7 Prozent. Diese Steigerung führte allein in Deutschland 2025 zu einer Überproduktion von 2,4 Millionen Tonnen Kartoffeln. Die Forderung nach einer Reserve zielt darauf ab, diese Überschüsse sinnvoll zu nutzen, anstatt sie zu verschwenden.



