Fachkräfte-Paradox: Bas will Arbeitslose aus Strukturwandel gezielt vermitteln
Fachkräfte-Paradox: Bas will gezielte Vermittlung von Arbeitslosen

Fachkräfte-Paradox: Bundesregierung startet Initiative zur gezielten Vermittlung

Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) hat eine neue Initiative gestartet, um dem sogenannten Fachkräfte-Paradox in Deutschland entgegenzuwirken. Bei einem Besuch beim Flugzeugtriebwerkshersteller Rolls-Royce im brandenburgischen Dahlewitz betonte sie die Notwendigkeit, Fachkräfte, die durch Strukturwandel und Wirtschaftsflaute ihre Stellen verlieren, gezielt in Unternehmen mit hohem Bedarf zu vermitteln.

Regionale Fachkräftewerkstätten als neues Dialogformat

Der Besuch bei Rolls-Royce markierte den Auftakt der ersten Regionalen Fachkräftewerkstatt, einem neuen Dialogformat des Arbeitsministeriums. Bas und Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) sprachen mit Auszubildenden, Fachkräften und dem Deutschland-Chef Dirk Geisinger. Weitere Termine sind in den kommenden Monaten in verschiedenen Regionen geplant, um Handlungsempfehlungen zur Sicherung der Fachkräftebasis zu entwickeln.

Bas erklärte: „Heute stehen sich Stellenabbau auf der einen und hoher Fachkräftebedarf auf der anderen Seite gegenüber.“ Durch eine bessere Vernetzung der Akteure soll erreicht werden, dass Arbeitskräfte aus schrumpfenden Branchen direkt in andere Unternehmen vermittelt werden können.

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Woidke warnt vor wirtschaftlichen Folgen des Extremismus

Ministerpräsident Woidke nutzte die Gelegenheit, um vor den wirtschaftlichen Schäden durch Extremismus zu warnen. „Wir können Extremismus nicht gebrauchen, er schadet uns auch wirtschaftlich“, sagte er mit Blick auf die starke Rolle des Rechtspopulismus in Ostdeutschland. Für Erfolgsgeschichten wie die Ansiedlung von Rolls-Royce sei Weltoffenheit unerlässlich.

Rolls-Royce als Beispiel für Fachkräftebedarf

Dirk Geisinger, Deutschland-Chef von Rolls-Royce, unterstrich den Bedarf an qualifizierten Arbeitskräften: „Rolls-Royce beschäftigt hier in Deutschland rund 10.000 hoch qualifizierte Fachkräfte, und wir wollen weiter wachsen.“ Das Unternehmen bildet unter anderem Fluggeräte-Mechaniker in der Fachrichtung Triebwerkstechnik aus, wobei etwa die Hälfte der Azubis die regulär dreieinhalbjährige Ausbildung aufgrund besonderer Leistungen auf drei Jahre verkürzen kann.

Die Bundesregierung sieht in solchen Initiativen einen Schlüssel, um die Fachkräftelücke zu schließen und gleichzeitig Arbeitslosigkeit infolge des Strukturwandels zu mildern. Die geplanten Handlungsempfehlungen sollen dazu beitragen, die Vermittlungsprozesse zu optimieren und die wirtschaftliche Stabilität in den Regionen zu stärken.

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