Gallup-Studie: Deutsche Arbeitnehmer im Energiesparmodus kosten Milliarden
Gallup-Studie: Energiesparmodus bei Arbeitnehmern kostet Milliarden

Gallup-Studie enthüllt: Deutsche Arbeitnehmer arbeiten im Energiesparmodus

In deutschen Unternehmen herrscht weiterhin ein alarmierender Trend: Zu viele Beschäftigte machen lediglich „Dienst nach Vorschrift“ und zeigen wenig Bereitschaft, sich über das Mindestmaß hinaus zu engagieren. Dies geht aus dem aktuellen Gallup Engagement Index hervor, der jährlich die Motivation und emotionale Bindung der Arbeitnehmerschaft in Deutschland untersucht.

Milliardenschwere Produktivitätseinbußen

Die Gruppe der sogenannten „inneren Kündiger“ hat im Jahr 2025 volkswirtschaftliche Produktivitätseinbußen in einer Größenordnung zwischen 119,2 Milliarden und 142,3 Milliarden Euro verursacht. Diese beeindruckende Summe unterstreicht die wirtschaftliche Dimension des Problems.

„Die große Mehrheit der Beschäftigten ist emotional nur gering an ihren Arbeitgeber gebunden und erfüllt ihre Aufgaben pflichtgemäß, ohne sich darüber hinaus einzubringen“, heißt es in der aktuellen Studie. Konkret bedeutet dies: 77 Prozent der Arbeitnehmer in Deutschland verfügen über eine schwache emotionale Bindung zu ihrem Unternehmen.

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Führungsversagen als Hauptursache

Die Gallup-Experten machen für diese Entwicklung weniger die Mitarbeiter selbst verantwortlich, sondern sehen die Ursache primär in Führungsdefiziten. „Geringe emotionale Bindung ist kein Einstellungs-, sondern ein Führungsproblem“, betont Studienleiter Marco Nink.

Er erklärt weiter: „Hier liegt erhebliches Potenzial brach. Emotionale Mitarbeiterbindung ist kein Nice-to-have, sondern ein harter Wettbewerbsfaktor. Sie erhöht die Produktivität und senkt Kosten, indem sie Fehlzeiten und Fluktuation reduziert.“

Nur zehn Prozent der Beschäftigten gelten als „hochgebunden“ und sind bereit, täglich einen zusätzlichen Schritt für ihren Arbeitgeber zu gehen. Dieser Wert hat sich im Vergleich zum Vorjahr sogar noch um einen Prozentpunkt verschlechtert.

Konsequenzen für Gesundheit und Stabilität

Die emotionale Bindung wirkt sich auch direkt auf den Krankenstand aus:

  • Beschäftigte mit innerer Kündigung kamen 2025 auf durchschnittlich 9,7 Krankheitstage
  • Hochgebundene Mitarbeiter verzeichneten lediglich 5,6 Krankheitstage

Trotz der geringen emotionalen Bindung zeigt sich ein interessanter Widerspruch: Der Wunsch nach Stabilität wächst. 56 Prozent der Befragten möchten auch in einem Jahr noch bei ihrem aktuellen Arbeitgeber tätig sein – ein Anstieg gegenüber dem Vorjahr, als dieser Wert bei nur 50 Prozent lag.

Allerdings bleibt diese Bereitschaft deutlich unter dem Niveau der Vor-Corona-Zeit. Im Jahr 2018 lag der Anteil derjenigen, die langfristig bei ihrem Unternehmen bleiben wollten, noch bei 78 Prozent.

Methodik der Studie

Der Gallup Engagement Index wird seit dem Jahr 2001 jährlich erstellt. Für die aktuelle Untersuchung wurden zwischen dem 18. November und 20. Dezember insgesamt 1.700 zufällig ausgewählte Beschäftigte ab 18 Jahren telefonisch interviewt. Die Ergebnisse sind nach Angaben von Gallup repräsentativ für die gesamte Arbeitnehmerschaft in Deutschland ab 18 Jahren.

Die Studie verdeutlicht eindrücklich, dass viele deutsche Beschäftigte trotz insgesamt positiver Bewertung ihrer Arbeitsbedingungen im „Energiesparmodus“ arbeiten – mit erheblichen wirtschaftlichen Konsequenzen für die gesamte Volkswirtschaft.

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