Handwerker-Gehälter im Vergleich: Viele Berufe liegen unter dem Durchschnitt
Handwerker-Gehälter: Viele Berufe unter Durchschnitt

Handwerker-Gehälter im Fokus: Viele Berufe liegen unter dem Durchschnitt

Hartnäckig hält sich die weit verbreitete Annahme, dass Handwerkerinnen und Handwerker besonders gut verdienen würden. Aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamts aus dem April 2025 zeichnen jedoch ein anderes Bild und widerlegen dieses Vorurteil deutlich. Die Realität zeigt, dass viele Gewerke im Handwerk tatsächlich unter dem durchschnittlichen Verdienstniveau liegen.

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache

Der durchschnittliche Bruttomonatsverdienst für Vollzeitbeschäftigte mit anerkannter Berufsausbildung lag im April 2025 bei 4.125 Euro. Dieser Wert dient als wichtige Vergleichsgröße, doch zahlreiche Handwerksberufe erreichen ihn nicht. Besonders deutlich wird dies bei Maurern, die durchschnittlich nur 3.910 Euro verdienen, und bei Friseurinnen und Friseuren, die mit lediglich 2.470 Euro sogar deutlich unter diesem Schnitt liegen.

Es gibt jedoch auch Ausnahmen: Werkzeugmechaniker erzielten mit 4.179 Euro einen leicht überdurchschnittlichen Verdienst. Diese Zahlen beziehen sich ausschließlich auf abhängig Beschäftigte, wobei Sonderzahlungen nicht berücksichtigt wurden.

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Bildungsabschluss als entscheidender Faktor

Die Analyse zeigt deutlich, dass sich ein höherer Bildungsabschluss finanziell lohnt. Vollzeitbeschäftigte ohne beruflichen Ausbildungsabschluss erhielten durchschnittlich 3.432 Euro. Deutlich besser sieht es für Personen mit Meister-, Techniker- oder Fachschulabschluss aus: Sie kamen im Schnitt auf 5.405 Euro brutto im Monat – fast 2.000 Euro mehr.

Die Entwicklung setzt sich mit akademischen Abschlüssen fort: Bachelorabsolventen verdienten durchschnittlich 5.289 Euro, während Masterabsolventen auf etwa 7.019 Euro kamen. Promovierte oder habilitierte Beschäftigte erzielten mit durchschnittlich 9.476 Euro die höchsten Verdienste.

Fachkräftemangel und Zukunftsperspektiven

Viele Gewerke im Handwerk spüren bereits heute einen deutlichen Mangel an Fachkräften und konkurrieren intensiv um qualifizierten Nachwuchs. Arbeitsmarktexperten weisen darauf hin, dass viele Handwerksberufe in Zeiten zunehmender künstlicher Intelligenz sogar bessere Zukunftsperspektiven bieten könnten als bestimmte Bürotätigkeiten.

Diese Entwicklung unterstreicht die Bedeutung einer angemessenen Vergütung im Handwerk, um langfristig attraktiv für junge Menschen zu bleiben und dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.

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