IAB: Schwächster Beschäftigungsausblick seit Corona
IAB: Schwächster Beschäftigungsausblick seit Corona

Die wirtschaftlichen Folgen des Iran-Kriegs machen sich in Deutschland bemerkbar. Arbeitsmarktforschern zufolge belastet der Ölpreisschock die Beschäftigungschancen. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) blickt so pessimistisch auf die Beschäftigungsaussichten wie seit der Corona-Pandemie nicht mehr.

IAB-Arbeitsmarktbarometer im April 2026

Das IAB veröffentlicht monatlich ein Arbeitsmarktbarometer, das neben der Beschäftigung auch eine Prognose zur Entwicklung der Arbeitslosigkeit abgibt. Es basiert auf einer Umfrage unter allen deutschen Arbeitsagenturen zu deren Erwartungen. Im April 2026 erreichte das Barometer erneut einen Wert von 99,4 Punkten – genauso wie im Vormonat. Ein Wert von 100 Punkten bedeutet eine neutrale Entwicklung am Arbeitsmarkt, 110 wäre eine besonders gute, 90 eine besonders schlechte Entwicklung.

Beschäftigungskomponente auf schwächstem Stand

Die Komponente zur Vorhersage der Beschäftigung in Deutschland sank um 0,2 Zähler auf die neutrale Marke von 100 Punkten. Damit liegt sie auf dem schwächsten Stand außerhalb der Corona-Pandemie, so das IAB. „Die Dauerkrise in der Industrie und der Ölpreisschock drücken auf die Beschäftigung“, sagte der Leiter des Forschungsbereichs Prognosen und gesamtwirtschaftliche Analysen am IAB, Enzo Weber.

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Steigende Arbeitslosigkeit erwartet

Die Komponente zur Vorhersage der Arbeitslosigkeit signalisiert eine steigende Arbeitslosigkeit. Als Grund nannten in der Befragung 20 der 146 Arbeitsagenturen den Iran-Krieg und die daraus resultierenden Folgen. Die Arbeitslosenquote in Deutschland lag im März bei 6,4 Prozent. Die Zahl der Arbeitslosen war zwar mit der allgemeinen Frühjahrsbelebung gegenüber dem Vormonat Februar um 49.000 auf 3,021 Millionen Menschen gesunken, aber deutlich höher als zum selben Zeitpunkt des Vorjahres.

An diesem Donnerstag legt die Bundesagentur für Arbeit (BA) die Arbeitsmarktzahlen für April vor. Experten rechnen mit einem weiteren Anstieg der Arbeitslosigkeit, da die konjunkturelle Schwäche und der Ölpreisschock die Unternehmen belasten. Besonders betroffen sind die Industrie und exportorientierte Branchen, die unter den gestiegenen Energiekosten und der geopolitischen Unsicherheit leiden.

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