Ifo-Umfrage: Deutsche Firmen planen weiterhin Stellenabbau trotz leichter Entspannung
Ifo-Umfrage: Firmen planen weiter Stellenabbau

Ifo-Umfrage: Deutsche Unternehmen setzen weiter auf Personalabbau

Das Münchner Ifo-Institut hat in seiner aktuellen Umfrage eine vorsichtige Entspannung am deutschen Arbeitsmarkt festgestellt. Der geplante Stellenabbau in den Unternehmen hat sich im März 2026 im Vergleich zu den Vormonaten etwas verlangsamt. Das Ifo-Beschäftigungsbarometer stieg leicht von 93,1 Punkten im Februar auf nun 93,4 Punkte an.

Keine echte Trendwende in Sicht

Ifo-Experte Klaus Wohlrabe dämpft jedoch allzu große Hoffnungen: „Die Unternehmen planen zwar etwas seltener, Stellen zu streichen. Es ist aber noch zu früh, um von einer echten Trendwende zu sprechen.“ Der strukturelle Anpassungsprozess in der deutschen Industrie halte weiter an, so der Ökonom. In nahezu allen Branchen würden Firmen weiterhin Personalabbau planen, allerdings nicht mehr in dem Ausmaß wie in den vergangenen Monaten.

Branchenspezifische Unterschiede

Die Situation präsentiert sich in den verschiedenen Wirtschaftssektoren unterschiedlich:

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  • Industrie: Der strukturelle Anpassungsprozess hält an, Unternehmen planen weiter Stellenstreichungen
  • Dienstleistungssektor: Entlassungs- und Einstellungspläne gleichen sich weitgehend aus
  • Bausektor: Die Lage ist ausgeglichen, keine signifikanten Veränderungen
  • Handel: Hier beabsichtigen Unternehmen verstärkt, Personal abzubauen

Geopolitische Unsicherheiten belasten Aussichten

Wohlrabe warnt vor den anhaltenden geopolitischen Risiken: „Die aktuelle geopolitische Lage bleibt ein Unsicherheitsfaktor.“ Sollten sich die Rahmenbedingungen weiter eintrüben, könnte dies auch den Arbeitsmarkt wieder stärker belasten. Besonders die explodierenden Energiekosten im Zusammenhang mit internationalen Konflikten stellen eine erhebliche Belastung dar.

Experten rechnen zwar damit, dass Deutschlands Wirtschaft im Laufe des Jahres dank des 500 Milliarden Euro schweren Schuldenpakets wieder anziehen könnte. Die aktuellen geopolitischen Entwicklungen trüben jedoch die Aussichten und könnten die Erholung verzögern oder abschwächen.

Langfristige Perspektiven

Der leichte Anstieg des Beschäftigungsbarometers deutet auf eine gewisse Stabilisierung hin, doch bleibt die Situation fragil. Unternehmen agieren weiterhin vorsichtig und passen ihre Personalstrukturen den wirtschaftlichen Herausforderungen an. Die Entwicklung am Arbeitsmarkt wird maßgeblich von folgenden Faktoren beeinflusst:

  1. Der weiteren Entwicklung der Energiekosten
  2. Der Wirkung des staatlichen Schuldenpakets
  3. Der internationalen geopolitischen Lage
  4. Der konjunkturellen Entwicklung in den wichtigsten Absatzmärkten

Die Ifo-Experten betonen, dass trotz der leichten Entspannung weiterhin mit Personalanpassungen in vielen Unternehmen zu rechnen ist. Die Arbeitsmarktsituation bleibt angespannt und erfordert von allen Beteiligten weiterhin Flexibilität und Anpassungsfähigkeit.

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