Krankenstand im Landkreis Rostock 2025 leicht gesunken - Rücken und Psyche bleiben Hauptprobleme
Krankenstand in Rostock gesunken - Rücken und Psyche Hauptprobleme

Krankenstand im Landkreis Rostock zeigt leichten Rückgang bei hoher Belastung

Der Krankenstand im Landkreis Rostock hat sich im Jahr 2025 im Vergleich zum Vorjahr leicht verringert, bleibt jedoch auf einem besorgniserregend hohen Niveau. Nach einer aktuellen Auswertung der DAK-Gesundheit, die vom Berliner IGES Institut durchgeführt wurde, waren bei der Krankenkasse versicherte Beschäftigte im Kreis Rostock durchschnittlich an 24,6 Kalendertagen krankgeschrieben. Im Vorjahr 2024 lag dieser Wert noch bei 25,4 Tagen.

Psychische Erkrankungen verzeichnen stärksten Anstieg

Nina Ohm, die neue Leiterin des Servicezentrums der DAK-Gesundheit in Güstrow, betont: „Die Fehlzeiten im Landkreis Rostock bewegten sich 2025 über dem Niveau der Fehlzeiten auf Landesebene.“ Landesweit waren Versicherte der DAK in Mecklenburg-Vorpommern durchschnittlich etwa 23 Tage krankgeschrieben. Im Kreis Rostock fehlten 2025 insgesamt 6,7 Prozent der DAK-Versicherten krankheitsbedingt – das bedeutet, dass an jedem Kalendertag im Durchschnitt 67 von 1.000 Beschäftigten arbeitsunfähig waren.

Die Hauptursachen für Krankschreibungen im Kreis Rostock waren:

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  • Muskel- und Skelett-Erkrankungen mit 471 Fehltagen je 100 erwerbstätig Versicherte (2024: 466 Tage)
  • Atemwegserkrankungen mit 469 Tagen je 100 Erwerbstätigen (2024: 486 Tage)
  • Psychische Erkrankungen mit 406 Tagen je 100 Versicherte (2024: 372 Tage)

Besonders alarmierend ist der deutliche Anstieg bei psychischen Erkrankungen, die den größten Zuwachs an Krankmeldungen im Landkreis verzeichneten.

Mecklenburg-Vorpommern bleibt Spitzenreiter bei Fehltagen

Während der Bundesdurchschnitt der krankheitsbedingten Fehltage 2025 bei Arbeitnehmern zwischen 5,4 und 5,5 Prozent lag, erreichte Mecklenburg-Vorpommern je nach Krankenkasse und Datengrundlage Werte von über 6,3 bis 7,5 Prozent. Diese Spitzenposition wird auf mehrere Faktoren zurückgeführt:

  1. Das Land hat mit 48,1 Jahren (Stand 2024) das zweithöchste Durchschnittsalter von Erwerbstätigen im Bundesvergleich
  2. Ein hoher Anteil an Beschäftigten in pflegerischen und sozialen Berufen
  3. Eine geringere Tarifbindung in Ostdeutschland, wie die Barmer Krankenkasse analysiert

Die Barmer erfasste 2025 pro Kopf ihrer Versicherten in Mecklenburg-Vorpommern 26,6 Krankheitstage. Beschäftigte mit Tarifvertrag können in der Regel drei Tage ohne Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung zu Hause bleiben – diese Krankentage werden statistisch nicht erfasst, was die Unterschiede teilweise erklärt.

Landkreise mit höchsten Fehlzeiten in MV

Innerhalb Mecklenburg-Vorpommerns liegen die Landkreise Vorpommern-Greifswald und Vorpommern-Rügen bei den Fehltagen an der Spitze, gefolgt von den Landkreisen Rostock und Mecklenburgische Seenplatte. Diese Rangfolge wird ebenfalls auf den hohen Anteil an Pflegeberufen sowie die demografische Struktur zurückgeführt.

Forderung nach besserem betrieblichem Gesundheitsmanagement

Angesichts dieser Zahlen fordern Krankenkassen wie die DAK-Gesundheit für 2026 eine engere Zusammenarbeit von Arbeitgebern und Ärzteschaft in Mecklenburg-Vorpommern. Besonders der Anstieg bei psychischen Erkrankungen soll damit abgefangen werden.

Nina Ohm erklärt: „Ein starkes betriebliches Gesundheitsmanagement schafft die Basis dafür, dass Mitarbeitende gesund, motiviert und leistungsfähig arbeiten können – das ist zugleich eine Investition in die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens.“ Die DAK-Gesundheit unterstützt Arbeitgeber dabei, arbeitsbedingte Belastungen passgenau zu verringern und ein nachhaltiges Gesundheitsmanagement aufzubauen.

Die DAK-Gesundheit, eine der größten gesetzlichen Krankenkassen Deutschlands, hat in Mecklenburg-Vorpommern rund 65.000 Versicherte. Allein im KMG Klinikum Güstrow arbeiten etwa 1000 Menschen, die von solchen Gesundheitsmaßnahmen profitieren könnten.

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