Lampenfieber überwinden: So meistern Sie Vorstellungsrunden souverän im Beruf
Lampenfieber überwinden: Tipps für souveräne Vorstellungsrunden

Lampenfieber überwinden: So meistern Sie Vorstellungsrunden souverän im Beruf

Schwitzige Hände, Herzklopfen, Wortdreher: Vielen Menschen fällt es schwer, sich im beruflichen Umfeld selbst vorzustellen. Wenn im Meeting plötzlich alle Blicke auf einen gerichtet sind, löst diese Situation häufig Stress und Unsicherheit aus. Ulrike Strohscheer, eine erfahrene Coachin für Redeangst, verrät praktische Strategien, wie Sie die nächste Vorstellungsrunde gelassen und selbstbewusst bestehen können.

Warum Selbstvorstellungen so herausfordernd sind

„Viele berichten, dass es ihnen leichter fällt, ein Produkt vorzustellen, als über sich selbst zu sprechen“, erklärt Strohscheer. Der Grund dafür liegt in der persönlichen Verletzlichkeit: Wenn es um die eigene Person geht, fühlen sich viele angreifbar. Obwohl in solchen Runden selten direkte Kritik geäußert wird, haben zahlreiche Beschäftigte das Gefühl, bewertet zu werden.

Besonders jüngere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zweifeln in derartigen Situationen häufig an sich selbst – insbesondere, wenn erfahrene Kolleginnen, Kollegen oder Vorgesetzte anwesend sind. „Oft steckt dahinter die Befürchtung, nicht kompetent genug zu sein, nicht mithalten zu können oder eigentlich gar nicht in diese Runde zu gehören“, analysiert die Expertin.

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Die Macht der Vorbereitung: Ein klarer Pitch als Rettungsanker

Solche Ängste sind völlig normal. Eine gründliche Vorbereitung kann jedoch entscheidend dazu beitragen, die Nervosität in solchen Momenten deutlich zu reduzieren. Strohscheer empfiehlt, sich einen kurzen, prägnanten Selbstvorstellungs-Pitch zurechtzulegen, den man regelmäßig übt und bei Bedarf flexibel einsetzen kann.

„Wenn man ihn im Schlaf aufsagen kann, kann selbst große Nervosität nicht mehr viel daran kaputtmachen“, betont die Coachin. Dabei gilt: Klarheit ist wichtiger als Originalität. Drei bis vier einfache, verständliche Sätze reichen meist vollkommen aus.

So gestalten Sie einen überzeugenden Pitch

Strohscheer rät, sich zunächst zu überlegen, welche Wirkung man erzielen möchte. Hilfreich ist die Orientierung an passenden Adjektiven wie:

  • lösungsorientiert
  • vorausschauend
  • kompetent
  • professionell

Wichtig sei, dass man sich mit dem Vorstellungstext identifizieren kann und dabei nicht das Gefühl hat, eine fremde Rolle zu spielen. Statt abstrakter Formulierungen sollten möglichst konkrete Beispiele genannt werden, damit andere sofort verstehen, womit man sich beruflich beschäftigt.

Ein kleines persönliches Detail kann zusätzlich helfen, im Gedächtnis zu bleiben – etwa ein aktuelles Interesse im Job oder ein Thema, mit dem man sich gerade besonders intensiv auseinandersetzt.

Kreative Unterstützung durch Künstliche Intelligenz

Wer möchte, kann auch moderne Technologie zur Vorbereitung nutzen. Strohscheer empfiehlt, sich mit Hilfe eines Chatbots mehrere Varianten für eine kurze Selbstvorstellung vorschlagen zu lassen. Diese können dann je nach Setting und Teilnehmerkreis flexibel eingesetzt werden.

Wenn man der KI kurz beschreibt, in welchem beruflichen Umfeld die Vorstellungsrunde stattfindet und welche Wirkung erzielt werden soll, kann man unterschiedliche Tonalitäten ausprobieren und passende Formulierungen entwickeln. Allerdings warnt die Expertin davor, sich blind auf die Vorschläge der Künstlichen Intelligenz zu verlassen – „es muss passen und sich stimmig anfühlen“.

Manchmal muss deshalb mehrfach nachjustiert werden. Anschließend lässt sich der Pitch Schritt für Schritt verfeinern – etwa durch den Austausch abstrakter Begriffe gegen konkrete Beispiele. „Da kommen manchmal Formulierungen heraus, auf die man selbst vielleicht gar nicht gekommen wäre“, so Strohscheer.

Der Auftritt zählt mehr als der genaue Wortlaut

Grundsätzlich gilt: Gerade bei kurzen Vorstellungsbeiträgen bleibt nach Einschätzung der Coachin weniger der exakte Wortlaut im Gedächtnis als die Art des Auftretens. Entscheidend sei eine klare und ruhige Präsentation.

Folgende Punkte sollten dabei beachtet werden:

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  1. Aufrecht sitzen oder stehen
  2. Die Hände ruhig halten
  3. Deutlich und verständlich sprechen
  4. Sich auf wenige Kernaussagen konzentrieren

Ein beruhigender Gedanke zum Abschluss: „Die meisten Menschen sind in solchen Situationen viel stärker mit sich selbst beschäftigt, als es einem vielleicht vorkommt. Sie werden nicht jede einzelne Vorstellung genau bewerten“, versichert Strohscheer. Mit der richtigen Vorbereitung und einer positiven Einstellung kann jede Vorstellungsrunde zu einer Chance werden, sich selbstbewusst zu präsentieren.