Flugbegleiter bei Lufthansa stimmen mit überwältigender Mehrheit für Streiks
Lufthansa: Flugbegleiter stimmen für Streiks

Flugbegleiter bei Lufthansa stimmen mit überwältigender Mehrheit für Streiks

Die Stimmung bei der Lufthansa brodelt weiter: Nach den Piloten haben sich nun auch die Flugbegleiter der Fluggesellschaft mit einer deutlichen Mehrheit für Arbeitskämpfe ausgesprochen. In einer Urabstimmung der Gewerkschaft Ufo bei der Kerngesellschaft Lufthansa und der Regionaltochter Cityline votierten die Kabinenbeschäftigten mit überwältigender Zustimmung für Streiks. Bei der Kerngesellschaft stimmten rund 94 Prozent für Arbeitskampfmaßnahmen, bei der Cityline sogar knapp 99 Prozent. Ein konkretes Streikdatum wurde bislang nicht bekannt gegeben.

Klares Signal der Belegschaft

Ufo-Vizechefin Sara Grubisic kommentierte das Ergebnis mit deutlichen Worten: „Die Kolleginnen und Kollegen haben ein klares Signal gesetzt: Sie sind bereit, für ihre Arbeitsbedingungen bei Lufthansa und ihre soziale Absicherung bei Lufthansa CityLine einzustehen – und diesen Weg auch konsequent zu gehen.“ Die Gewerkschaft hatte bei beiden Gesellschaften bereits zuvor Warnstreiks organisiert, um den Druck in den festgefahrenen Verhandlungen zu erhöhen.

Als Hauptgründe für die Eskalation nennt Ufo die stockenden Verhandlungen zum Manteltarif bei Lufthansa sowie die fehlende Bereitschaft des Unternehmens, bei der Cityline über einen Sozialtarifvertrag zu verhandeln. An diesem Sozialtarifvertrag hängen nach Gewerkschaftsangaben rund 800 Existenzen. Das Management der Regionaltochter hatte zuvor angekündigt, den Flugbetrieb im kommenden Jahr einzustellen. An ihre Stelle soll eine neue Gesellschaft mit dem ähnlichen Namen Lufthansa City Airlines treten.

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Viele streikbereite Gruppen im Lufthansa-Konzern

Der Lufthansa-Konzern sieht sich derzeit mit mehreren Fronten im Tarifkonflikt konfrontiert. Zwar konnte die Fluggesellschaft erst kürzlich mit der Gewerkschaft Verdi einen Tarifabschluss für die rund 20.000 Bodenbeschäftigten erzielen und damit Streiks in diesem Bereich abwenden. Allerdings bleibt der Streit um die Betriebsrenten der Piloten ungelöst.

Erst vor wenigen Wochen waren wegen eines Ausstands der Piloten Hunderte Flüge ausgefallen, was die Reisepläne Zehntausender Passagiere durchkreuzte. Auch bei der Lufthansa-Tochter Eurowings und der Lufthansa Cityline hatten sich die Piloten in jüngsten Urabstimmungen für Streiks ausgesprochen. Nach zwei Streikwellen gab es zuletzt zwar keine konkreten Streikdrohungen mehr, doch mit einem Gesprächsangebot der Lufthansa an die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) kam Bewegung in den Tarifkonflikt.

Die Flugbegleiter haben nun mit ihrer Urabstimmung ein deutliches Zeichen gesetzt, dass sie im Falle weiterer Verhandlungsblockaden bereit sind, in den Arbeitskampf zu treten. Für Passagiere könnte dies erneut zu erheblichen Beeinträchtigungen führen, insbesondere in der bevorstehenden Osterreisezeit.

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