Tarifabschluss in der Backwarenbranche: 1.300 Beschäftigte in Sachsen-Anhalt und Thüringen erhalten Lohnerhöhungen
Tarifabschluss: Mehr Geld für 1.300 Backwaren-Beschäftigte

Tarifabschluss bringt mehr Geld für Backwaren-Beschäftigte in Ostdeutschland

Nach intensiven und langwierigen Verhandlungen haben sich die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) und der Backwarenhersteller Aryzta auf einen umfassenden Tarifvertrag geeinigt. Dieser sieht deutliche Lohnerhöhungen für rund 1.300 Beschäftigte in der Backwarenherstellung in Sachsen-Anhalt und Thüringen vor. Die Einigung markiert einen wichtigen Meilenstein für die betroffenen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in den Standorten Eisleben und Nordhausen.

Konkrete Lohnsteigerungen in zwei Stufen

Die vereinbarten Gehaltserhöhungen erfolgen in einem klar strukturierten Zeitplan. Ab April dieses Jahres erhalten alle betroffenen Beschäftigten eine erste Erhöhung um 2,5 Prozent. Im darauffolgenden Jahr 2027 folgen zwei weitere Steigerungen: Zunächst eine Erhöhung um zwei Prozent zum Jahresbeginn im Januar, gefolgt von einer zusätzlichen Steigerung um 1,5 Prozent im Juli 2027. Der Tarifvertrag besitzt eine Laufzeit bis zum Jahr 2028 und bietet damit langfristige Planungssicherheit für beide Vertragsparteien.

Lange Verhandlungen unter schwierigen Rahmenbedingungen

Die Tarifgespräche fanden unter besonderen Herausforderungen statt. Wie aus Verhandlungskreisen bekannt wurde, waren die Diskussionen von der Drohung des Unternehmens begleitet, Arbeitsplätze abzubauen oder sogar ganze Standorte zu schließen. Vor diesem Hintergrund gewinnt der nun erzielte Kompromiss zusätzliche Bedeutung. Olaf Klenke, Verhandlungsführer der NGG, betonte: „Das Unternehmen wollte für seine Planungssicherheit einen Tarifvertrag mit längerer Laufzeit. Wir erwarten, dass damit auch sichere Perspektiven für die Beschäftigten verbunden sind.“

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Unternehmen begrüßt langfristige Planungssicherheit

Eine Sprecherin von Aryzta zeigte sich erleichtert über den erfolgreichen Abschluss der Verhandlungen: „Wir sind froh über diesen Tarifabschluss und die damit verbundene Planungssicherheit bis Ende März 2028. Diese Einigung ist nicht nur ein wichtiges Signal für uns als Unternehmen. Vielmehr bietet es vor allem unseren Standorten in Eisleben und Nordhausen, unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die notwendige langfristige Planungssicherheit sowie Stabilität.“ Die Vereinbarung stellt somit einen ausgewogenen Kompromiss dar, der sowohl den betrieblichen Erfordernissen als auch den Interessen der Belegschaft Rechnung trägt.

Regionale Bedeutung des Tarifabschlusses

Der Tarifvertrag besitzt besondere Relevanz für die regionalen Wirtschaftsstrukturen in Sachsen-Anhalt und Thüringen. In einer Zeit wirtschaftlicher Unsicherheiten und struktureller Veränderungen sendet die Einigung ein positives Signal für den Industriestandort Ostdeutschland. Die gesicherten Arbeitsplätze und verbesserten Einkommensperspektiven tragen zur Stabilisierung der regionalen Kaufkraft bei und stärken die wirtschaftliche Basis in den betroffenen Kommunen. Die stufenweise Umsetzung der Lohnerhöhungen ermöglicht zudem eine kontrollierte Anpassung an die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.

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