US-Arbeitsmarkt sendet widersprüchliche Signale im Februar
Der Arbeitsmarkt in den Vereinigten Staaten hat im Februar deutlich schwächere Daten geliefert als von Experten erwartet. Vor allem die Entwicklung der Beschäftigtenzahl außerhalb der Landwirtschaft enttäuschte mit einem Rückgang um 92.000 Stellen, wie das US-Arbeitsministerium in Washington mitteilte. Ein stärkerer Rückgang war zuletzt im Oktober verzeichnet worden.
Erwartungen deutlich verfehlt
Volkswirte hatten im Durchschnitt eigentlich einen Zuwachs von 55.000 neuen Arbeitsplätzen prognostiziert. Stattdessen musste nicht nur der Februar-Wert korrigiert werden, sondern auch die Zahlen der beiden Vormonate wurden nach unten revidiert – um insgesamt 69.000 Stellen weniger als zunächst angenommen.
Das Arbeitsministerium führt den Beschäftigungsrückgang teilweise auf einen Streik im Gesundheitssektor zurück. Doch laut Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank, erklärt dieser Faktor allein nicht die überraschend schlechten Zahlen. „So kam es etwa im verarbeitenden Gewerbe zu einem Stellenabbau, und auch im öffentlichen Sektor wurden Stellen abgebaut“, so Gitzel.
Arbeitslosigkeit steigt unerwartet
Parallel zum Stellenabbau ist auch die Arbeitslosenquote gestiegen – entgegen den Erwartungen der Analysten. Sie erhöhte sich um 0,1 Prozentpunkte auf 4,4 Prozent, während Volkswirte eine stabile Quote von 4,3 Prozent vorhergesagt hatten.
Lohnentwicklung zeigt gegenläufigen Trend
Trotz der insgesamt schwachen Entwicklung am Arbeitsmarkt verzeichneten die Stundenlöhne einen Anstieg. Die durchschnittlichen Stundenlöhne legten gegenüber dem Vormonat um 0,4 Prozent zu und übertrafen damit die Erwartungen der Experten, die mit einem Plus von 0,3 Prozent gerechnet hatten. Bereits im Januar hatte das Lohnwachstum bei 0,4 Prozent gelegen.
Auswirkungen auf Zinspolitik und Inflation
Die widersprüchlichen Signale des Arbeitsmarktes könnten nach Einschätzung von Analysten die Erwartungen an Zinssenkungen wieder beleben. Ralf Umlauf, Analyst bei der Helaba, weist darauf hin, dass sich diese Erwartungen zuletzt aufgrund gestiegener Inflationssorgen – vor allem durch hohe Energiepreise – abgeschwächt hatten. Die aktuellen Daten bieten nun wieder Raum für Diskussionen über eine lockere Geldpolitik.
Die gemischten Entwicklungen stellen die US-Notenbank vor eine komplexe Entscheidungssituation: Einerseits deuten Stellenabbau und steigende Arbeitslosigkeit auf eine abkühlende Konjunktur hin, andererseits könnte das anhaltende Lohnwachstum inflationsfördernd wirken und eine restriktivere Zinspolitik erforderlich machen.



