Warnstreik bei Dataport: IT-Sicherheit des Landes Schleswig-Holstein in Gefahr
Warnstreik bei Dataport gefährdet IT-Sicherheit

Arbeitskampf bei Dataport: Warnstreik bedroht digitale Infrastruktur

Es rumort gewaltig bei Dataport, dem zentralen IT-Dienstleister für Schleswig-Holstein. Die Gewerkschaft Verdi hat für Donnerstag einen ganztägigen Warnstreik bei dem Unternehmen mit Sitz in Altenholz im Kreis Rendsburg-Eckernförde angekündigt. Die Streikenden planen einen Demonstrationszug zur Staatskanzlei in Kiel, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen.

Forderungen der IT-Experten

„Bislang ist das Angebot von Dataport mit dem Abschluss des Tarifvertrages für den öffentlichen Dienst der Länder vergleichbar“, erklärte Verdi-Verhandlungsführerin Sabine Kaiser. Für die hochspezialisierten IT-Fachkräfte reicht das bei weitem nicht aus. Verdi verlangt eine Gehaltserhöhung von 7,5 Prozent, mindestens jedoch 400 Euro mehr im Monat. Zusätzlich fordert die Gewerkschaft zwei weitere Urlaubstage pro Jahr.

Kaiser betonte die besondere Situation: „Wir reden hier über viele Spezialisten, die von privaten Softwarefirmen aktiv umworben werden.“ Sollte Dataport diese Fachkräfte verlieren, wäre die gesamte IT-Infrastruktur des Landes Schleswig-Holstein massiv gefährdet. Die digitale Souveränität und Cybersicherheit des Bundeslandes stünden auf dem Spiel.

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Appell an die Politik

„Politik muss verstehen, dass sie Cybersicherheit, Datenschutz und innovative Softwarelösungen im Umgang mit Bürgern nicht zum Nulltarif bekommen kann“, unterstrich Kaiser deutlich. Dies gelte insbesondere für kritische Bereiche wie den Online-Zugang zur Verwaltung oder die Bearbeitung von Anträgen und anderen Dienstleistungen.

Die Gewerkschaftsvertreterin richtete einen klaren Appell an Digitalisierungsminister Dirk Schrödter: „Hier ist der Minister gefordert. Er sollte sich aktiv in die Verhandlungen einschalten und seinen politischen Einfluss nutzen.“ Schrödter ist nicht nur Chef der Staatskanzlei, sondern auch Mitglied des Verwaltungsrats von Dataport und damit in doppelter Funktion verantwortlich.

Folgen für die IT-Sicherheit

Der anstehende Warnstreik bei Dataport hat weitreichende Konsequenzen. Das Unternehmen ist verantwortlich für die IT-Infrastruktur zahlreicher Behörden und Einrichtungen in Schleswig-Holstein. Ein Ausfall oder eine Beeinträchtigung der Dienstleistungen könnte die digitale Verwaltung des Landes erheblich stören.

Die Forderungen der Gewerkschaft spiegeln die angespannte Lage auf dem IT-Arbeitsmarkt wider. Hochqualifizierte Fachkräfte sind rar gesät und werden von der Privatwirtschaft mit attraktiven Angeboten umworben. Um im Wettbewerb bestehen zu können, muss der öffentliche Dienst nach Ansicht von Verdi deutlich bessere Arbeitsbedingungen bieten.

Die kommenden Tage werden zeigen, ob sich die Tarifparteien auf eine Einigung verständigen können oder ob der Warnstreik tatsächlich stattfindet. Sollte es zu Arbeitsniederlegungen kommen, dürfte dies die digitale Verwaltung in Schleswig-Holstein spürbar beeinträchtigen.

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