Zalando-Standortschließung in Erfurt: Einigungsstelle soll Sozialplan-Verhandlungen moderieren
Zalando: Einigungsstelle für Sozialplan in Erfurt beantragt

Zalando-Standortschließung in Erfurt: Einigungsstelle soll Sozialplan-Verhandlungen moderieren

Nach der endgültigen Schließungsentscheidung für das Zalando-Logistikzentrum in Erfurt strebt das Management des Online-Modehändlers nun konkrete Verhandlungen über einen Sozialplan und Interessenausgleich für die betroffenen Mitarbeiter an. Das Unternehmen hat beim Arbeitsgericht in Erfurt offiziell die Einrichtung einer neutralen Einigungsstelle beantragt, um die anstehenden Gespräche mit dem Betriebsrat strukturiert voranzutreiben.

Verhandlungen sollen im Mai starten

Laut Unternehmenssprecher sind für den Monat Mai erste substanzielle Verhandlungen mit der Arbeitnehmervertretung geplant. Bisher habe es zwar vorbereitende Gespräche gegeben, jedoch noch keine konkreten Verhandlungen über die Ausgestaltung des Sozialplans und die Modalitäten des Interessenausgleichs. Die beantragte Einigungsstelle soll dabei als moderierendes Gremium fungieren und für beide Seiten verbindliche Entscheidungen treffen.

„Auch wenn wir weiterhin kein realistisches Szenario für den Weiterbetrieb des Standorts durch Zalando sehen, sind wir überzeugt, dass dieser Weg zeitnah eine verlässliche Grundlage für die persönliche Zukunftsplanung für die Mitarbeitenden bietet“, erklärte das Unternehmen in einer offiziellen Stellungnahme. Der neutrale Vorsitzende der Einigungsstelle soll die Gespräche zu einem tragfähigen Interessenausgleich und einem ausgewogenen Sozialplan begleiten.

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Betriebsrat arbeitet an Alternativkonzepten

Der Betriebsrat des Erfurter Standorts war für eine aktuelle Stellungnahme zunächst nicht erreichbar. Mitte Februar hatte die Arbeitnehmervertretung jedoch angekündigt, einen detaillierten Fragenkatalog zu erstellen, um auf Basis konkreter Daten über mögliche Alternativen zur kompletten Schließung des Logistikzentrums zu diskutieren. Diese Initiative zeigt das Bestreben, alle Optionen für den Erhalt von Arbeitsplätzen auszuloten.

Umfangreiche Unterstützungsmaßnahmen für Mitarbeiter

Das Zalando-Logistikzentrum in Erfurt beschäftigt derzeit rund 2.700 Mitarbeiter und soll planmäßig Ende September vollständig geschlossen werden. Bereits jetzt laufen umfangreiche Maßnahmen zur Unterstützung der betroffenen Belegschaft:

  • Direkte Beratung durch die Agentur für Arbeit am Standort
  • Interne Stellenbörsen innerhalb des Zalando-Konzerns
  • Eine erste Jobmesse mit mehr als 80 interessierten Unternehmen aus der Region

Bei dieser Jobmesse in der vergangenen Woche haben sich nach Unternehmensangaben bereits 1.100 Mitarbeiter über berufliche Perspektiven informiert. Diese frühzeitigen Aktivitäten sollen den Übergang in neue Beschäftigungsverhältnisse erleichtern und die wirtschaftlichen Folgen der Standortschließung abfedern.

Die Einrichtung der Einigungsstelle markiert nun den nächsten wichtigen Schritt in diesem Prozess. Das Schlichtungsgremium soll dazu beitragen, gemeinsam mit dem Betriebsrat schnellstmöglich Klarheit für die Belegschaft zu schaffen und verbindliche Regelungen für den Sozialplan zu erarbeiten.

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