Friedrich Merz fliegt mit 30 Wirtschaftsbossen nach China: Was die Konzernchefs erreichen wollen
Merz fliegt mit 30 Wirtschaftsbossen nach China

Friedrich Merz fliegt mit 30 Wirtschaftsbossen nach China: Was die Konzernchefs erreichen wollen

Es ist eine Reise mit enormen Erwartungen und weitreichenden Plänen! Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) hat sich mit einer 30-köpfigen Wirtschaftsdelegation auf den Weg nach China gemacht. Bei seinem Besuch in Peking betonte der Kanzler: „Nicht nur kalendarisch setzt mein Besuch in Peking einen Anfang. Dies ist die erste Reise nach China, die ich als Bundeskanzler unternehme.“ Merz dankte Präsident Xi für die Einladung zu diesem besonderen Termin kurz nach Beginn des chinesischen Neujahrsfests – China ist gerade in das Jahr des Feuerpferdes eingetreten, ein Ereignis, das nur alle 60 Jahre stattfindet und traditionell Glück bringen soll.

Ziele der Reise: KI-Innovationen und faire Wettbewerbsbedingungen

In der Metropole Hangzhou will sich der Kanzler ein Bild von den rasanten Fortschritten Chinas in der Künstlichen Intelligenz machen und prüfen, welche Chancen sich daraus für die deutsche Wirtschaft ergeben. Vor dem Abflug in Berlin erklärte Merz, es gehe ihm darum, bei den Chinesen für fairere Wettbewerbsbedingungen zu werben und die wirtschaftlichen Beziehungen zumindest zu stabilisieren. Mehr als eine Million Arbeitsplätze in Deutschland hängen vom Export nach China ab, doch das Land schottet sich zunehmend ab.

Die Wirtschaftsdelegation im Detail: Wer will was erreichen?

Die mitreisenden Konzernchefs haben klare Ziele für ihre China-Mission:

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  • Bill Anderson (59, Bayer): Der Pharmakonzern beschäftigt rund 7.500 Mitarbeiter in China und erzielte 2024 einen Umsatz von etwa 3,6 Milliarden Euro. Anderson wird darauf drängen, dass regulatorische Verfahren für neue Medikamente beschleunigt werden und der Patentschutz gestärkt bleibt.
  • Oliver Blume (57, Volkswagen): Der Traditionsautobauer beschäftigt rund 90.000 Mitarbeiter in China. Blume hatte das Land wiederholt als zweite Heimat des Konzerns bezeichnet. Angesichts des harten Wettbewerbs durch chinesische E-Auto-Hersteller dürfte es ihm vor allem um faire Wettbewerbsbedingungen gehen.
  • Ole Källenius (56, Mercedes-Benz): Für den Premiumwagen-Hersteller ist China der wichtigste Einzelmarkt. Källenius hat mehrfach betont, dass Abschottung keine Option sei, und wird sich für stabile Beziehungen einsetzen.
  • Oliver Zipse (62, BMW): Für den Münchner Autobauer ist China mit 29,2 Prozent Anteil am Absatz der größte Markt. Zipse hatte wiederholt vor Handelsbarrieren gewarnt – sein Ziel dürfte sein, chinesische Schutzmaßnahmen zu verhindern.
  • Bjørn Gulden (60, Adidas): Der Sporthersteller erwirtschaftete 2024 in China rund 3,4 Milliarden Euro Umsatz. Gulden hat großes Interesse an einer Stabilisierung des Konsumklimas, nachdem Adidas China zuletzt wieder als Wachstumsmarkt ausgerufen hatte.
  • Roland Busch (61, Siemens): Mit einem Umsatz von zehn bis zwölf Milliarden Euro und 30.000 bis 35.000 Mitarbeitern in China wird Siemens vor allem auf Hightech-Zusammenarbeit drängen und faire Wettbewerbsbedingungen einfordern.

Gemeinsame Stärke als Leitmotiv

Der Kanzler und die rund 30 Wirtschaftsvertreter haben bei ihrer Reise also viel auf dem Zettel. Merz bediente sich vor dem Abflug in Berlin eines chinesischen Sprichworts: „In China sagt man: Seine Stärke spielt ein Pferd nicht alleine aus, sondern indem es den Wagen gemeinsam mit anderen zieht.“ Dieses Bild passt perfekt zum Beginn dieser bedeutungsvollen Reise, bei der die deutsche Wirtschaft geschlossen auftritt, um die Handelsbeziehungen zu einem der wichtigsten Partner zu festigen und neue Perspektiven zu eröffnen.

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