Trump schließt Blitz-Deal mit Argentinien: Droht der EU das Aus für Mercosur-Abkommen?
Trump-Deal mit Argentinien gefährdet EU-Mercosur-Abkommen

Trump und Milei vereinbaren Blitz-Deal – EU-Mercosur-Abkommen in Gefahr

Während die Europäische Union seit zwei Jahrzehnten mit den südamerikanischen Mercosur-Staaten über ein Freihandelsabkommen verhandelt, haben US-Präsident Donald Trump und Argentiniens Präsident Javier Milei einen rasanten Blitz-Deal geschlossen. Das Abkommen soll bereits im März in Kraft treten und könnte die gerade erst unterzeichnete größte Freihandelszone der Welt ernsthaft gefährden.

Zollfreie argentinische Steaks für die USA ab März

Das neue Handelsabkommen zwischen Washington und Buenos Aires sieht vor, dass edles argentinisches Rindfleisch und andere Produkte zollfrei in die Vereinigten Staaten eingeführt werden dürfen. Damit landen die weltberühmten argentinischen Steaks zu Billigpreisen vorerst ausschließlich auf amerikanischen Grills und Tellern. Die EU, die seit 20 Jahren mit den Mercosur-Staaten verhandelt, sieht sich nun mit den Konsequenzen ihrer langwierigen Verhandlungen konfrontiert.

Mileis Alleingang sorgt für Spannungen innerhalb des Mercosur

Der libertäre argentinische Präsident Javier Milei, der als großer Bewunderer Trumps gilt, bezeichnete das Abkommen mit Washington als "historischen Meilenstein". Im Gegenzug für Milliardenkredite aus den USA hat Milei den Vereinigten Staaten bevorzugten Zugang zu seltenen Rohstoffen versprochen. Aus Brasilien kommt bereits scharfe Kritik an diesem Alleingang, der ohne Rücksicht auf das gemeinsam mit Brüssel geschlossene Abkommen erfolgte. Milei drohte sogar damit, die gemeinsame Handelszone mit Brasilien und anderen südamerikanischen Staaten zu verlassen, die er als "Gefängnis" bezeichnet.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Optimisten hoffen auf "vorläufige" In-Kraft-Setzung des EU-Abkommens

Optimistische Stimmen in Brüssel hoffen dennoch, dass das Mercosur-Abkommen bald "vorläufig" in Kraft treten kann. Dies wäre möglich, sobald das erste Parlament der beteiligten Südamerika-Staaten – Brasilien, Argentinien, Paraguay, Bolivien oder Uruguay – das Abkommen ratifiziert hat. Auf diesem Weg trat bereits der EU-Handelsdeal mit Kanada in Kraft. Allerdings fürchten Pessimisten, dass sich die Abkommen mit Trump und der Europäischen Union gegenseitig ausschließen könnten.

US-Unternehmen profitieren sofort von zollfreien Exporten

Während sich Washington bei der Unterzeichnung des EU-Mercosur-Abkommens durch EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen Mitte Januar in Asunción noch zurückhielt, können US-Unternehmen nun als Erste von zollfreien Exporten nach Argentinien profitieren. Besonders die Pharma-, Auto- und Maschinenbauindustrie in den Vereinigten Staaten darf ihre Produkte ab sofort ohne Zollbarrieren nach Argentinien liefern. Diese Entwicklung stellt die europäischen Verhandlungsbemühungen in Frage und könnte die gerade erst ausgerufene größte Freihandelszone der Welt ernsthaft gefährden.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration