Galeria erhält 160-Millionen-Kredit: Filialschließungen geplant
160-Millionen-Kredit für Galeria: Filialschließungen geplant

Die angeschlagene Warenhauskette Galeria erhält eine neue Kreditfinanzierung von bis zu 160 Millionen Euro. Dies teilte eine Sprecherin in Düsseldorf mit. Die Kreditlinie wird von der US-Investmentgesellschaft Gordon Brothers bereitgestellt und ist durch die Warenbestände von Galeria abgesichert. Die Verhandlungen zogen sich über Wochen hin. Voraussetzung für die Zusage war ein Gutachten der Unternehmensberatung AlixPartners zur wirtschaftlichen Lage von Galeria. Zuvor hatten auch das „Handelsblatt“ und die „Wirtschaftswoche“ über den neuen Kredit berichtet.

Sanierungsplan mit Folgen für Beschäftigte

Das Geld ist an einen auf drei Jahre angelegten Sanierungsplan geknüpft, der nun umgesetzt werden soll. Der Einzelhändler will dabei prüfen, welche Standorte rentabel sind, und mit Vermietern über Mietsenkungen sowie flexiblere Konditionen verhandeln. „Wir durchleuchten das gesamte Filialnetz, denn jedes Haus soll künftig wirtschaftlich tragfähig sein“, sagt Galeria-Geschäftsführer Tilo Hellenbock. Als Grund für die Maßnahmen nennt das Unternehmen das anhaltend schwache Konsumklima im stationären Einzelhandel.

Etwa 30 Filialen als Wackelkandidaten

Etwa 30 der derzeit 83 Warenhäuser gelten als Wackelkandidaten und sollen besonders gründlich überprüft werden. Insidern zufolge dürfte Galeria in drei Jahren ein deutlich kleineres Filialnetz haben. Hellenbock zufolge wird jedoch auch erwogen, an früheren Standorten wieder Filialen zu eröffnen. Unklar ist, wie viel von dem neuen Geld für Investitionen in die Filialen übrig bleibt. Zunächst soll ein Kredit des Minderheitsgesellschafters Bain Capital in Höhe von etwa 80 Millionen Euro abgelöst werden.

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Auch Mietzahlungen bleiben offen

Hinzu kommen ausstehende Mietzahlungen. Mehrere Vermieter hatten zuletzt beklagt, dass Mieten von Galeria gar nicht oder nur teilweise gezahlt wurden. Das Unternehmen begründete dies mit Liquiditätsschwankungen und räumte ein, die Vermieter um Stundung gebeten zu haben. Ein Eigentümer sagte, die offenen Positionen seien inzwischen beglichen, während andernorts noch zwei Monatsmieten offen sein sollen. Zudem wird Geld benötigt, um Ware für die Herbst- und Wintersaison zu bestellen. Zuletzt bemühte sich Galeria mit großen Rabattaktionen, die Umsätze anzukurbeln.

Dritte Insolvenz innerhalb von vier Jahren

Weitere Filialschließungen könnten erhebliche zusätzliche Kosten verursachen, etwa für Sozialpläne und Abfindungen für Beschäftigte sowie Entschädigungszahlungen an Vermieter. Bereits im März hatte die Handelskette angekündigt, die Mietverträge von acht Filialen neu verhandeln zu wollen. Schließungen seien nicht ausgeschlossen, hieß es schon damals. Galeria beschäftigt rund 12.000 Menschen. Anfang 2024 hatte der Konzern zum dritten Mal innerhalb von vier Jahren Insolvenz angemeldet. Grund dafür war unter anderem die finanzielle Schieflage des Mutterkonzerns Signa. Im Sommer 2024 wurden neun Standorte geschlossen.

Neue Eigentümer und unsichere Zukunft

Seitdem gehört Galeria der US-Investmentgesellschaft NRDC und einer Beteiligungsfirma des Unternehmers Bernd Beetz. Nach Verhandlungen mit den Vermietern konnte die Kette ihre Mietbelastung deutlich senken. Beetz sagte: „Für Galeria kann es nach der Kreditzusage zunächst einmal weitergehen, doch die Lage bleibt weiter angespannt.“ Die Rahmenbedingungen seien für die Warenhauskette im vergangenen Jahr „besonders ungünstig“ gewesen. „Wir haben jetzt den kurzfristigen Fortbestand gesichert, aber wir wollen auch eine langfristige und belastbare Zukunftsperspektive schaffen“, fügt der Miteigentümer hinzu. Gordon Brothers ist im Kosmos des Unternehmens kein unbekannter Name: Der Investor organisierte vor Jahren den Abverkauf in Kaufhof- und Karstadt-Filialen vor deren Schließung.

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