Hitze-Rekord droht: Bis zu 41 Grad – Halbmarathon in Hamburg abgesagt
Hitze-Rekord droht: Bis zu 41 Grad – Halbmarathon abgesagt

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) erwartet für die kommenden Tage in Deutschland Temperaturen von bis zu 41 Grad. Ein sogenannter „Heat Dome“ sorgt für eine extreme Hitzewelle, die vor allem den Westen und Südwesten des Landes betrifft. Bereits am Donnerstag könnten hier bis zu 41 Grad erreicht werden, für Samstag prognostizieren die Meteorologen „sehr heiß bis extrem heißes“ Wetter. Der Sonntag könnte diese Werte noch übertreffen.

„Heat Dome“ sorgt für Backofentemperaturen

Meteorologen zufolge ist ein Hitzedom für die gefühlten Backofentemperaturen verantwortlich. Dabei handelt es sich um ein Wetterphänomen, bei dem die Hitze wie unter einer riesigen Kuppel oft über mehrere Tage gefangen ist und nicht entweichen kann. Helge Tuschy vom Deutschen Wetterdienst bestätigte dem Tagesspiegel auf Anfrage, dass sich dieser „Heat Dome“ aktuell von Westeuropa kommend in Richtung Mitteleuropa und Deutschland bewegt. „Der Hitzehöhepunkt ist auf dem Weg zu uns und erreicht uns voraussichtlich Freitag oder Samstag“, so der DWD-Experte.

Hitzewelle hält mindestens bis Sonntag an

Die Hitzewelle in Deutschland hält laut DWD „mindestens bis Sonntag an“. Aus Süden kommend strömt weiterhin „heiße bis sehr heiße“ Luft nach Deutschland. In weiten Landesteilen kommt es zu einer „starken bis extremen Wärmebelastung“. Vor allem der Westen und Südwesten Deutschlands dürften unter Höchsttemperaturen von bis zu 39 Grad ächzen. Bereits ab nachmittags kann es im Süden des Landes zu „Hitzegewittern mit Starkregen, Hagel und stürmischen Böen“ kommen.

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Hamburger Halbmarathon abgesagt

Der für Sonntag vorgesehene Hamburger Halbmarathon ist aufgrund der extremen Hitze abgesagt worden. Die Organisatoren des Events, für das sich 24.000 Läuferinnen und Läufer angemeldet hatten, gaben die Absage bekannt. „Es ist vermutlich die schwerste Entscheidung, die wir in der Geschichte dieser Veranstaltung treffen mussten“, hieß es auf der Homepage. Man könne trotz eines umfangreichen Konzepts „aktuell nicht mit Sicherheit ausschließen, dass es zu einer erhöhten Inanspruchnahme von Rettungs- und Einsatzdiensten kommen könnte, mit der Folge, die Grundversorgung der Bevölkerung zu belasten“. Für das Wochenende werden in der Hansestadt Temperaturen bis 37 Grad Celsius erwartet.

Möglicher Juni-Rekord und Allzeitrekord

Wetterexperte Tuschy zufolge ist die anhaltende Hitzewelle besonders für West- und Südwesteuropa ungewöhnlich und könnte für den Juni „gegebenenfalls auch historisch ausfallen“. Eine DWD-Sprecherin ergänzte: „Wenn am Freitag oder Samstag die 40-Grad-Marke geknackt wird, dann wäre das ein neuer Juni-Rekord. Steigt die Temperatur über 41 Grad, könnte es sogar einen neuen Allzeitrekord geben.“ Gleichzeitig betonten sowohl Tuschy als auch die Sprecherin, dass man für genauere Aussagen die weiteren Entwicklungen abwarten müsse. Zwar habe es auch hierzulande schon „einzelne, vorläufige Stationsrekorde“ gegeben, „doch ob es noch ein Deutschlandrekord wird, kann noch nicht gesagt werden“, so Tuschy.

Keine Abkühlung in Sicht

Dem DWD zufolge sei eine „echte Linderung“ in puncto Hitze zumindest in den nächsten Tagen nicht zu erwarten. Eine leichte Abkühlung deutet sich demnach erst zu Beginn der kommenden Woche an – dann aber zunächst auch nur im Nordwesten des Landes. Andernorts sollen die Temperaturen auch weiterhin bei über 30 Grad liegen.

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„Heat Dome“ wandert von Frankreich nach Deutschland

Laut Meteorologen soll der „Heat Dome“ von Westeuropa, genauer gesagt Frankreich, in Richtung Mitteleuropa und Deutschland wandern. In Frankreich wurde bereits am Montag die höchste jemals im Monat Juni gemessene landesweite Durchschnittstemperatur verzeichnet. Der Wetterdienst France-Météo berichtete unter Verweis auf vorläufige Angaben, dass der landesweite Index am frühen Montagabend bei 29,2 Grad lag. Dieser Index ist ein Mittelwert aus Tages- und Nachttemperaturen. Der Nachrichtenagentur AFP teilte der Wetterdienst mit, dass es sich bei dem Wert um „einen Rekord für den Monat Juni“ handele. Dieser löse den bisher gemessenen durchschnittlichen Monats-Höchstwert vom 30. Juni 2025 ab. Bereits seit der vergangenen Woche herrscht in Frankreich eine massive Hitzewelle. Zum Wochenstart wurde in mehr als der Hälfte des Landesgebiets die Hitzewarnstufe Rot ausgerufen. Unter anderem wurden Temperaturrekorde in den Städten Rennes, Bordeaux und Angers verzeichnet, vielerorts wurden Höchsttemperaturen über 40 Grad erreicht.