Continental schließt Vergleich mit Ex-Vorständen im Dieselskandal - 43,7 Millionen Euro von Versicherung
Conti-Vergleich mit Ex-Vorständen im Dieselskandal

Continental schließt millionenschweren Vergleich im Dieselskandal ab

Mehr als ein Jahrzehnt nach dem Aufdecken des Dieselskandals zieht der Autozulieferer Continental mit einem finanziellen Vergleich einen Schlussstrich unter mögliche Schadenersatzforderungen gegen ehemalige Führungskräfte. Das Unternehmen hat sich mit seiner Managerhaftpflichtversicherung auf eine pauschale Zahlung von 43,7 Millionen Euro geeinigt, wie aus der Einladung zur Hauptversammlung am 30. April 2026 hervorgeht.

Versicherung übernimmt Ansprüche gegen Vorstände

Mit der vereinbarten Summe sollen sämtliche Ansprüche gegen aktive und frühere Vorstände wegen Fehlverhaltens im Zusammenhang mit dem Dieselskandal abgegolten sein. Der Vergleich wurde mit sechs ehemaligen Vorständen getroffen, darunter die früheren Vorstandsvorsitzenden Elmar Degenhart, Karl-Thomas Neumann und Manfred Wennemer. Continental hatte von diesen Personen Schadenersatz wegen des Skandals geltend gemacht, wofür nun die Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung des Unternehmens einsteht. Eigenanteile einzelner Manager sind dabei nicht vorgesehen.

Unternehmen will Diesel-Kapitel weitgehend abschließen

„Der Vergleich ist aus Sicht von Continental das bestmögliche Ergebnis“, erklärte das Unternehmen auf Anfrage. „Er orientiert sich ausschließlich am Interesse des Unternehmens einschließlich seiner Aktionärinnen und Aktionäre.“ Mit der Zustimmung der Aktionäre könne Continental „das Diesel-Kapitel weitgehend abschließen und den Blick voll auf seine Zukunft als reiner Reifenhersteller richten“.

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Hintergrund: Bußgeld und Gesamtkosten von 300 Millionen Euro

Der Hintergrund des Vergleichs ist der 2015 aufgeflogene Abgasskandal bei Volkswagen um illegale Abschalteinrichtungen in Dieselmotoren. Continental hatte als Zulieferer von Motorsteuergeräten im Jahr 2024 ein Bußgeld von 100 Millionen Euro gezahlt. Laut Staatsanwaltschaft Hannover lieferte der Zulieferer ab 2007 Motorsteuergeräte oder entsprechende Software, die zumindest teilweise unzulässige Programmcodes enthielten.

Insgesamt beziffert Continental die Kosten für die Aufarbeitung des Dieselskandals auf rund 300 Millionen Euro. Einen Teil dieser Summe holt sich das Unternehmen nun über seine Managerhaftpflichtversicherung zurück, die Fehlverhalten von Vorständen absichert.

Begründung und Aufteilung der Versicherungssumme

Conti begründete die Forderungen mit „Sorgfaltspflichtverletzungen im Zusammenhang mit der Entwicklung, Installation, dem Vertrieb und der sonstigen Verwendung bestimmter Softwarefunktionen in der Motorsteuerung“. Dies umfasse auch Versäumnisse bei der Aufklärung nach dem Bekanntwerden des Skandals 2015. Es handle sich dabei ausschließlich um fahrlässige Verletzungen der Sorgfaltspflichten.

Die von der Versicherung erhaltene Summe muss Continental mit seinem Großaktionär Schaeffler teilen. Dies sieht eine Vereinbarung mit der 2021 abgespaltenen Antriebssparte Vitesco vor, die inzwischen zu Schaeffler gehört. Die endgültige Entscheidung über den Vergleich liegt bei den Aktionären während der Hauptversammlung im April 2026.

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