Bei ohrenbetäubendem Lärm und eisigen Temperaturen laufen die Maschinen in der Eiswürfelfabrik Crio Ice in Birkenfeld bei Pforzheim auf Hochtouren. Drei neun Meter hohe Türme lassen klirrende Eisströme in einen Bottich rieseln. In der Hochsaison zwischen Mai und September produziert das Unternehmen mit der Marke Icefrocks rund 1.000 Tonnen Eiswürfel pro Woche – rund um die Uhr im Drei-Schicht-Betrieb.
Hitze als Geschäftsvoraussetzung
Während viele Menschen unter der extremen Hitze leiden, ist sie für die Firma essenziell. Geschäftsführer Carsten Schweitzer erklärt: „Ohne die könnten wir gar nicht überleben.“ Das Unternehmen zählt zu den vier größten Eiswürfelherstellern Deutschlands und beliefert vor allem Tankstellen sowie den Lebensmitteleinzelhandel. Das Sortiment umfasst massive Würfel, Hohlraumwürfel, Crushed Ice und Cocktail Ice. Die gefrorenen Produkte landen letztlich in Cocktails oder Kühlwannen bei Sommerpartys.
Millionen Liter Wasser für Millionen Würfel
„Wir brauchen natürlich enorm große Mengen Wasser, die dann gefroren werden“, sagt Schweitzer. Es dürften Millionen Liter sein. Der Prozess läuft in Maschinen ab: „Mit Kaltgas wird es runtergekühlt.“ Danach kommt Heißgas zum Einsatz, damit das in Röhren gefrorene Eis herausrutschen kann. Die Eisstangen werden in Würfel gesägt, durchlaufen einen Tiefkühltunnel und werden schließlich verpackt – meist in Zwei-Kilogramm-Beutel. Während der Fußball-WM 2006 lieferte Crio Ice Eiswürfel an die Nationalmannschaften. „Da saßen dann Spieler in mit unseren Eiswürfeln gefüllten Eistonnen“, erinnert sich Schweitzer.
Kühler Arbeitsplatz an heißen Tagen
In den Produktionshallen herrschen angenehme zehn Grad – ein willkommener Kontrast zur Hitzewelle. Produktionsleiter Torsten Steller schätzt die Arbeit besonders: „Die Temperaturen in der Produktion sind sehr erträglich. Ich vertrage die Hitze sowieso nicht so gut, und deswegen bin ich dankbar, hier arbeiten zu dürfen.“ Schweitzer nennt die Fabrik gar ein „Paradies im Hochsommer“: „Wir bringen den Menschen Freude, wir bringen Abkühlung, und bei den Temperaturen ist es natürlich der Traum.“
Kühlhaus nur für kurze Aufenthalte
Im Kühlhaus, wo die fertigen Eiswürfelbeutel auf Paletten bei mindestens minus 15 Grad gelagert werden, hält man es nicht lange aus. Nach vier Minuten wolle man wieder raus, heißt es einhellig.



